Air-to-Air-Fotografie: In der Luft auf Augenhöhe

Bild: Kleinflugzeug aus der Luft aufgenommen
Air-to-Air-Photoshoot über dem Steinhuder Meer. Foto: Weber

Schon mal ein fliegendes Flugzeug auf Augenhöhe gesehen? Die Air-to-Air-Fotografie bewegt sich buchstäblich auf hohem Niveau und ist damit zweifelsohne die Königsdisziplin.

Die Anfertigung der Aufnahmen ist gleich in mehrerlei Hinsicht anspruchsvoll: Fliegen zwei oder mehr Maschinen in Formation, sollten nicht nur die Piloten voll konzentriert sein, auch der Fotograf muss alle Variablen so zusammenbringen, dass ein professionelles Ergebnis entstehen kann.


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Allgemeines

Die sogenannte Air-to-Air-Fotografie ist eine von mehreren Arten der Fotografie im Bereich der allgemeinen und kommerziellen Luftfahrt.

Spezialgebiet Beschreibung
Planespotting Fotografen machen Aufnahmen von Linienflugzeugen, sammeln sie und führen meist Listen, auf denen sie die Kennungen abhaken
Heli-Spotting Abwandlung des Planespottings, mit Fokus auf Hubschraubern
Luftbild-Fotografie Fotografen lichten bestimmte Objekte (Häuser) ab, dokumentieren großflächige Gelände oder liefern aktuelle Aufnahmen für die Berichterstattung – ein Synonym ist Air-to-Ground-Fotografie
Air-to-Air-Fotografie Flugzeuge werden aus einem anderen fliegenden Flugzeug hinaus fotografiert

Die Air-to-Air-Fotografie hat eine lange Geschichte. Wie der Segelflug finden sich auch bei ihr die stärksten Wurzeln im Kriegsgeschehen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Flugzeuge aus anderen fliegenden Flugzeugen von den Alliierten hauptsächlich der Luftaufklärung wegen fotografiert – also um den Feind und sein flugfähiges Material zu beobachten. Die Wehrmacht hingegen hatte einen Marketing-Charakter erkannt, verband die aufkommende Videotechnik mit Air-to-Air-Aufnahmen und nutzte sie für Propaganda-Zwecke mit oftmals heroischen Darstellungen der Kampfpiloten.

Flugzeuge in ihrem Element

Der Marketing-Charakter ist im Prinzip bis heute geblieben. Wer sein Flugzeug zeigen möchte, tut das nicht mit Handyfotos aus dem düsteren Hangar, sondern mit professionellen Air-to-Air-Aufnahmen. Das gilt für Hersteller wie für Eigentümer oder Halter (wie z. B. Luftsportvereine) gleichermaßen. Air-to-Air-Fotos zeigen das Flugzeug dort, wo es zu Hause ist: In der Luft. Wo der Einsatz von Multicoptern – im Volksmund »Drohnen« – schlichtweg nicht möglich ist, sitzt der Fotograf am geöffneten Fenster und schießt Fotos von der wenige Meter daneben fliegenden Maschine.

Bild: Cessna über der Region Hannover
Cessna 172 D-EXAV im Sonnenaufgang über der Region Hannover. Foto: Weber.

Um nicht mit der allgemeinen Bezeichnung der einzelnen Maschinen durcheinanderzukommen, und damit jeder weiß, von welchem Flugzeug die Rede ist, haben sich im Workflow von air2air.de zwei einfache Begriffe etabliert (sofern nicht die beiden letzten Buchstaben der jeweiligen konkreten Registrierungen verwendet werden):

»Foto-Flugzeug« »Motiv-Maschine«
Luftfahrzeug, aus dem fotografiert wird Luftfahrzeug, das fotografiert werden soll

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Zusammenspiel zwischen Fotograf und Pilot

Bei oft mehr als 150 Kilometern pro Stunde ist das Fotografieren Spaß und Herausforderung zugleich: Man selbst bewegt sich, das Motiv bewegt sich und der Hintergrund bewegt sich irgendwie auch. Es ist nicht zuletzt deshalb von enormem Vorteil, wenn der Fotograf sich mit den Abläufen in der Luftfahrt und den Grundlagen der Flugphysik zumindest etwas auskennt. Denn: Im Foto-Flugzeug sieht der links sitzende Pilot in der Regel nicht, was schräg rechts unterhalb seiner Maschine passiert. Das ist aber gleichzeitig genau die Position, an der der Fotograf die Motiv-Maschine haben möchte, um möglichst gute Ergebnisse erzielen zu können.

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Bild: Aquila A210 über Hannover (Air-to-Air-Shot)
Sunrise-Formationsflug über Hannover hier bewusst mit Tragfläche des Foto-Flugzeugs. Foto: Weber

Deshalb benötigt der Pilot des Foto-Flugzeugs ein permanentes verlässliches Feedback vom Fotografen. Es ist sehr wichtig, dass das Zusammenspiel stimmt und der Pilot den Ansagen des Fotografen vertrauen kann. Ein »Die sind da so halb unter uns rechts« hilft ihm bei der Einschätzung der Position überhaupt nicht weiter. Aussagekräftiger wäre etwa eine klare Ansage wie »Maschine auf fünf Uhr, etwa 50 Fuß unterhalb«.

Aufgabenverteilung in der Luft

Mit jedem Formations-Fotoflug gewinnen alle Beteiligten mehr Erfahrung.

Aufgaben Piloten
Aufgaben Fotograf
  • Geschwindigkeit halten
  • Kurs halten
  • Anweisungen des Fotografen folgen
  • Fenster behutsam öffnen
  • Gegenlicht-Blende vor Herabstürzen sichern
  • Headset-Mikrofon aus dem Fahrtwind drehen
  • Kamera-Einstellungen optimal wählen
  • Pilot die Position der Motiv-Maschine in Relation zur Foto-Maschine ansagen

Wichtig ist, dass das Zusammenspiel klappt, damit professionelle Flugzeugfotos entstehen können.

Bild: Teaserfoto Frank Weber Interview
Wie kommt man zu so einem Hobby? – Hier geht’s zum Interview mit Frank Weber ►

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Wozu Air-to-Air-Fotos?

Für Air-To-Air-Aufnahmen gilt ebenso wie für Portraitfotos und Reportageaufnahmen: Sie können sehr vielfältig in nahezu allen Medien genutzt werden. Beispielsweise zur Auflockerung in Jahresberichten, als Hintergrundbilder für Zertifikate oder Urkunden, für die Vereinschronik, für Vorträge, Jubiläen oder Konferenzen. Und auch als Werbung für Flugplatzfeste sind die Aufnahmen perfekt geeignet. Unternehmen können die Fotos im Rahmen des Marketings für das Design von Visitenkarten und Flyern oder für Werbeanzeigen in Fachmagazinen verwenden. Der Aufwand lohnt sich mit Sicherheit!

Bild: Socata TB20 aus der Luft
Socata TB-20 im Formationsflug über Hameln. Foto: Weber

Imagefotos für den Auftrieb

Air-to-Air-Fotos sind zweifelsohne echte Hingucker und können Luftsportvereinen oder Charter-Unternehmen neuen (wirtschaftlichen) Auftrieb geben. In Zeiten zunehmenden Mitgliederschwunds tun Vereine gut daran, ihren möglicherweise leicht verstaubten Auftritt nach außen aufzupolieren. Denn klar ist: Auf der Suche nach neuen Mitgliedern oder innerhalb der Szene reißen Amateur-Aufnahmen der Flotte im oder vor dem Hangar schon lange niemanden mehr vom Hocker. Action ist angesagt!

Flight-Tracker und Bilddatenbanken

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Aufnahmen in verschiedene Flight-Tracking-Systeme oder Bilddatenbanken einzubinden.

Flightradar24 D-EIEM
Screenshot: Flightradar24.com

Der Vorteil: Wann immer Ihr Flugzeug oder das des Vereins mit eingeschaltetem Mode-S-Transponder unterwegs ist, wird es mit einem erstklassigen Foto in den gängigen Flugradaren angezeigt. Insbesondere Charter-Unternehmen ist natürlich daran gelegen, sich auch in solchen Plattformen mit guten Bildern zu präsentieren, um neue Kunden zu gewinnen oder in der Branche positiv aufzufallen.

Auf Wunsch helfen wir Ihnen, mit Ihrem Flugzeug oder sonstigem Luftfahrzeug in den verschiedenen Flight Trackern zu erscheinen.
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Zusammenfassung

Die Air-to-Air-Fotografie ist ein sehr anspruchsvoller Spezialbereich der Flugzeugfotografie im allgemeinen. Während Planespotter in der Regel vom Boden aus an immer wieder identischen Plätzen ihre Motiv-Flugzeuge fotografieren, befindet sich der Fotograf bei dieser Variante in der Luft.

Idealerweise sollten Fotos von Formationsflügen von Berufsfotografen gemacht werden. Sie als Entscheider tun sich und Ihrer Marketing-Abteilung (wenn vorhanden) damit einen großen Gefallen. Motzen Sie Ihre Internetseite mit aktuellen Aufnahmen Ihrer Flugzeugflotte auf oder lassen Sie Ihr »Schätzchen« in den Online-Flugradaren im rechten Licht erscheinen.

Wenn Sie sich für Air-to-Air-Aufnahmen interessieren, schreiben Sie einfach eine E-Mail an info@air2air.de. Vorbehaltlich erfolgt die Realisierung und Zurverfügungstellung der Aufnahmen (Stand: Anfang 2019) unentgeltlich im Rahmen der gemeinsamen Freizeitgestaltung. Das heißt: Sie kommen nur für die Kosten des Formationsflugs auf und müssen für die Fotos nichts zahlen.

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