Bundeswehrhubschrauber bei Hameln abgestürzt – Pilotin (25) kommt ums Leben

Bild: Bundeswehrhubschrauber 82+54
Ein solcher Bundeswehrhubschrauber ist in Aerzen-Dehmke bei Hameln abgestürzt. Archivfoto: Weber

Montag 1. Juli 2019 – Hameln (we). Beim Absturz eines Bundeswehrhubschraubers in der Nähe von Hameln ist am Montagmittag gegen 13.45 Uhr eine 25 Jahre alte Soldatin ums Leben gekommen. Ihr 26 Jahre alter Kamerad wurde mit schweren Verletzungen in eine Klinik gebracht.

Der Helikopter gehörte zum Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum der Bundeswehr in Bückeburg. Offensichtlich war es während des Trainingsflugs am Waldrand von Dehmke zu einer gefährlichen Situation gekommen, wonach der Hubschrauber in einem Kornfeld aufgeschlagen war und zu brennen begonnen hatte. Informationen der Polizei Hameln zufolge soll die Pilotin bei dem Unfall ums Leben gekommen sein. Beide Insassen des Hubschraubers seien ausgebildete Piloten und angehende Fluglehrer gewesen, heißt es.

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Großeinsatz im Kornfeld

Nachdem Anwohner den Absturz oder das brennende Wrack beobachtet hatten, war zunächst Alarm von der Feuerwehr herausgegeben worden. Zahlreiche Einsatzkräfte machten sich auf den Weg und löschten das Hubschrauberwrack sowie angrenzende Kleinbrände, die durch den Absturz ausgelöst worden waren.

Die Einsatzmeldung der Feuerwehr (13.52 Uhr):

FEU Flugzeug Aerzen Dehmke Dehmke ‎█‎█

Im Verlauf des Einsatzes kamen schließlich auch immer mehr Soldaten hinzu. Vor Ort war neben der Flugplatzfeuerwehr Bückeburg auch ein SAR-Hubschrauber der Bundeswehr (Bell UH-1D) sowie ein NH-90-Hubschrauber und ein weiteres Exemplar des verunfallten EC-135-Modells. Inzwischen ist die Absturzstelle von den Feldjägern zum militärischen Sicherheitsbereich erklärt worden. Am Nachmittag hatte sich außerdem Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit einem Hubschrauber der Flugbereitschaft nach Dehmke einfliegen lassen, um die Unfallstelle anzusehen und ihre Anteilnahme auszudrücken.

Unter anderem sagte von der Leyen, die beiden verunglückten Hubschrauberpiloten hätten jeweils mehr als 400 Flugstunden auf dem Schulungshubschrauber Eurocopter EC-135 gehabt und seien damit sehr erfahren gewesen. Zudem versprach sie eine detaillierte Aufklärung des Flugunfalls.

Feuerwehrleute müssen untersucht werden

Vor Ort war zwischenzeitlich ein Dekontaminationsplatz der Feuerwehr eingerichtet worden. Jeder, der sich während des Einsatzes in einer bestimmten Entfernung zum Hubschrauberwrack aufgehalten hat, müsse untersucht werden, hieß es. Grund dafür war die mögliche Freisetzung von gesundheitsgefährdenden Fasern. Vor diesen Fasern, bei denen es sich um kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff (CFK) handelt, war schon beim Eurofighter-Absturz gewarnt worden.

Hubschrauber völlig ausgebrannt

Der abgestürzte Schulungshubschrauber ist nach ersten Erkenntnissen völlig ausgebrannt und nicht mehr zu gebrauchen. Der Eurocopter EC 135 kostet in seiner Grundausstattung 3,9 Millionen Dollar (3,44 Millionen Euro) – also ohne Spezialtechnik, wie sie von der Bundeswehr für die Pilotenausbildung benötigt wird.

Wie bereits in einer ersten Eilmeldung erwähnt, handelt es sich nach dem tragischen Eurofighter-Unfall in Mecklenburg-Vorpommern um den zweiten tödlichen Flugunfall bei der Bundeswehr innerhalb von nur einer Woche. Wieder ist eine Person ums Leben gekommen, wieder ist ein Luftfahrzeug aus der ohnehin knappen Flotte verloren und wieder ist das Image der Truppe ein Stückchen mehr angekratzt.

+++ Dieser Artikel wurde bis zum 10. Juli laufend aktualisiert. +++