Rettungshubschrauber Christoph 4 aus Hannover übernimmt 1317 Einsätze

Bild: D-HZSG Christoph 4 Hannover
Rettungshubschrauber Christoph 4 startet von der MHH zu einem Einsatz. Archivfoto: Weber

Dienstag 21. Januar 2020 – Hannover (we). Aktuelle Einsatzzahlen 2019: Rettungshubschrauber Christoph 4 aus Hannover ist im vergangenen Jahr zu insgesamt 1.317 Einsätzen gestartet – im Schnitt vier mal pro Tag. Das geht aus der aktuellen Einsatzstatistik des Luftrettungszentrums an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hervor. Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Landesverband Niedersachsen/Bremen kümmert sich von dort aus im Auftrag des Bundesministeriums des Innern um die Luftrettung in Niedersachsen.

Im Vergleich zum Vorjahr (1.482 Einsätze) ergeben die Einsatzzahlen von Christoph 4 eine etwas niedrigere Bilanz, wobei die Einsatzfrequenz nichtsdestotrotz insgesamt auf sehr hohem Niveau geblieben ist. Die Alarmstichworte und deren Anteil am Gesamt-Einsatzaufkommen sind nahezu identisch zum Vorjahr und decken sich im Wesentlichen mit denen des wenige Kilometer entfernt am Flughafen Hannover beheimateten Intensivtransporthubschraubers Christoph Niedersachsen der DRF.

Anzeige


Christoph 4: Hauptsächlich Herzinfarkte und Schlaganfälle

Volker Hubrich, leitender Notfallsanitäter und HEMS-TC (Helicopter Emergency Medical Service Technical Crew Member) vom Rettungshubschrauber Christoph 4 sagt dazu: »Internistische und neurologische Einsatzindikationen wie etwa Herzinfarkte und Schlaganfälle treten vermehrt auf, wohingegen Verkehrs- und Arbeitsunfälle weniger geworden sind. Hier ist ein weiterer Rückgang zu verzeichnen, welches auch die geringere Bilanz an unserem Standort wie auch bundesweit erklärt.«

Luftrettung in Niedersachsen: Zunehmend jüngere Patienten

Die entsprechend gute Nachricht: Trotz insbesondere immer wiederkehrender schwerer Verkehrsunfälle auf der Autobahn A2 gehen Statistiker für das Jahr 2019 von einem neuen Tiefstand an Verunglückten im Straßenverkehr aus. Luftrettungs-Experte Hubrich weiter: »Wenn wir die Krankheitsfälle rückblickend betrachten, zu denen wir gerufen wurden, haben wir festgestellt, dass wir einen Zuwachs – wenn auch in geringer Zahl – an relativ jungen Patienten haben, die wir mit unserem Corpuls CPR unter Reanimation in die MHH fliegen.«

Gaffer behindern Einsatzstellen

In der entsprechenden Pressemitteilung äußert sich der leitende Notfallsanitäter auch sehr konkret zu sogenannten Gaffern, die an Unfallstellen durch sinnlose Aktionen den Rettungseinsatz stören und für weitere Gefahrensituationen sorgen. »Es ist extrem geworden, wie viele Unbeteiligte mit ihren Handys filmen und es dadurch zu weiteren Staus und im schlimmsten Fall Folgeunfällen kommt«, so Hubrich. Unbeteiligte sind beispielsweise Menschen, die im Vorbeifahren ihr Mobiltelefon zücken. Dabei sind neben Einsatzkräften als solches einzig Pressevertreter legitimiert, an Unfallstellen Aufnahmen anfertigen zu dürfen.

Über den Rettungshubschrauber Christoph 4

Der bei den Anwohnern Hannovers bekannte und oft liebevoll »Biene« genannte orangene Rettungshubschrauber Christoph 4 deckt einen Einsatzradius von ungefähr 50 Kilometern ab und fliegt mit einer Geschwindigkeit von bis zu 257 Kilometern pro Stunde zu Rettungseinsätzen in der Region und Stadt Hannover sowie in die Landkreise Celle, Gifhorn, Hameln, Hildesheim, Holzminden, Nienburg, Schaumburg und Soltau-Fallingbostel. Die Besatzung ist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang verfügbar und kann in dieser Zeit von Notärzten und Rettungsleitstellen angefordert werden. Im Juli vergangenen Jahres hat Christoph 4 seinen 70.000sten Einsatz absolviert.

Grafik: Trennstrich