DAeC: Zulassungszahlen von Ultraleichtflugzeugen auf Höchststand

Bild: Ultraleichtflugzeug
Die Zulassungen von Ultraleichtflugzeugen in Deutschland auf Höchststand. Symbolfoto: Weber

Samstag 1. Februar 2020 – Braunschweig (we). Der Deutsche Aero Club e. V. (DAeC) hat seine Zulassungsstatistik für Ultraleichtflugzeuge und Tragschrauber veröffentlicht. Aus dem »Geschäftsbericht 2019« des Luftsportgeräte-Büros des DAeC geht unter anderem hervor: Die Zulassungszahlen von Ultraleichtflugzeugen bewegen sich auf dem höchsten Niveau seit Jahren.

Der DAeC weist in seiner UL-Jahresstatistik 2019 neben den vereinseigenen Zulassungszahlen auch die Gesamtzahl aus, in der die des Deutschen Ultraleichtflugverbands e. V. (DULV) enthalten sind. Der Bestand an aerodynamisch gesteuerten Ultraleichtflugzeugen betrug demnach Ende 2019 in Summe insgesamt 4.210 Maschinen (Vorjahr: 4.171). Ein Allzeit-Hoch, nachdem die 4.000er-Marke erstmals im Jahr 2015 geknackt worden ist.

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Anzahl der Ultraleichtflugzeuge in Deutschland so hoch wie nie

Die Jahresübersicht der Zulassungsstatistik für Ultraleichtflugzeuge in Deutschland spricht für sich. Noch nie waren so viele Ultraleichtflugzeuge zugelassen wie im Jahr 2019:

Zulassungen 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Anzahl 3.987 4.064 4.197 4.133 4.171 4.210

Mögliche Gründe für mehr Ultraleichtflugzeuge

Die offensichtliche Beliebtheit von Ultraleichtflugzeugen bei Privatpiloten resultiert mutmaßlich aus zwei wesentlichen Faktoren:

  • Der wesentlich günstigeren Pilotenausbildung und
  • der Diskussion um die Erweiterung des zulässigen Gesamtgewichts.

Im Detail: Während die Pilotenlizenz für Kleinflugzeuge der Echo-Klasse (PPL-A) knapp 10.000 Euro kostet, kann die Ultraleichtflugzeug-Pilotenlizenz (SPL) schon ab 4.500 Euro erworben werden. Einen deutlich günstigeren Einstieg in die Motorfliegerei gibt es praktisch nicht – Kombinationen von vorhandenem Segelflugschein (GPL) und darauf aufbauender Weiterbildung auf Motorsegler einmal außenvor gelassen.

Ein weiterer Aspekt ist die aktuell vieldiskutierte Erweiterung der Gewichtsbeschränkung von maximal zulässigen 485 Kilogramm auf 600 Kilogramm. Sollte sie modellübergreifend durchgesetzt bzw. anwendbar werden können, wird die Ultraleicht-Fliegerei mit einem Schlag nochmals deutlich attraktiver werden, was sich dann wiederum in den künftigen Zulassungszahlen widerspiegeln dürfte. Schon im April 2019 war die Pipistrel Virus SW 600 D als erstes Ultraleichtflugzeug mit einer maximalen Takeoff-Masse (MTOW) von 600 Kilogramm zugelassen worden.

Zulassungszahlen für Tragschrauber 2019 gleichbleibend

Ebenfalls interessant: Der Gesamtbestand von Ultraleicht-Tragschraubern bei DAeC und DULV ist von 608 im vorvergangenen Jahr (2018) auf nunmehr 603 Ende 2019 gesunken. Insgesamt bewegt er sich aber auf einem gleichbleibenden Level. Tragschrauber zählen in Deutschland luftrechtlich zu den Ultraleichtflugzeugen, auch wenn sie sich in ihrer Konstruktion sehr grundlegend von UL-Flächenflugzeugen unterscheiden. Gemeinsam haben sie jedoch die Einteilung in die Luftfahrzeugklasse Mike mit dem entsprechenden Kennzeichen D-MXXX.

Hintergrund: Der Januar ist traditionell der »Statistik-Monat«. Unternehmen, Vereine, Verbände und Behörden veröffentlichen am Jahresanfang ihre Statistiken zu Zulassungszahlen, Flugunfällen und Einsatzzahlen im vergangenen Jahr.

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