FSX Repaints – so bekommen Sie Ihr eigenes Flugzeug in den Flugsimulator

FSX-Screenshot: Socata TB20
Die Optik des Repaint-Modells für FSX reicht nah an das Original heran. Screenshot: Weber

Haben Sie schon mal davon geträumt, Ihr eigenes Flugzeug im Flugsimulator fliegen zu können? Zumindest für den Microsoft Flight Simulator X (FSX) bedarf es nicht vieler Schritte, um die eigene Maschine auch mal virtuell vom Boden abheben zu lassen. Nehmen Sie sich einen Abend lang Zeit und bringen Sie Ihr Kleinflugzeug auf den Bildschirm Ihres Flugsimulators – wir erklären wie!

Positiv ist: Durch eine relativ einfach zu überschauende Dateistruktur ist es auch für Laien möglich, Flugzeuge im FSX zu »customizen«, also optisch an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Voraussetzung dafür sind Grundkenntnisse in der Bildbearbeitung mit Programmen wie Gimp oder Photoshop.

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Eigenes Flugzeug im FSX

Insgesamt bedarf es nur zwei größerer Schritte. Zuerst müssen Sie den gewünschten Flugzeugtyp finden, herunterladen und installieren, sofern Ihr Flugzeug nicht eines der FSX-Standardmodelle ist. In den allermeisten Fällen jedoch gibt es auch Ihr Flugzeugmodell für den FSX, solange Sie nicht völlige Exoten, Prototypen oder sonst besondere Einzelstücke fliegen. Im zweiten Schritt müssen Sie dann nur noch einige wenige Dateien mit einem Bildbearbeitungsprogramm anpassen, um mit einer Abbildung Ihres eigenen Flugzeugs im FSX unterwegs sein zu können.

Es ist im Prinzip sehr einfach. Es gibt insgesamt nur drei Bilddateien, die für die äußeren Texturen eines Kleinflugzeugs im FSX sorgen. Eine Hauptdatei, die den Rumpf und das Seitenleitwerk definiert sowie jeweils eine Datei für die linke und die rechte Tragfläche.

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Praxisbeispiel: D-EIEM im FSX

Grafik: Foto und Screenshot
Die D-EIEM links in der Realität, rechts als Modell im Microsoft Flight Simulator X. Foto(s): Weber

Für unser Repaint-Beispiel haben wir uns für die D-EIEM entschieden. Dabei handelt es sich um eine Socata TB-20 Trinidad, die im Vergleich zu anderen Modellen wie Cessna 172, Piper PA-28 oder Robin DR-400 schon eher schwieriger für den FSX zu finden ist. Glücklicherweise stellt premaircraft.com auf seiner Internetseite eine TB 20 zum kostenlosen Download bereit.


1.) FSX Flugzeug herunterladen

Abhängig davon, ob Sie Ihr Flugzeugmodell als selbstinstallierende *.exe-Datei herunterladen oder als *.rar- oder *.zip-Archiv, das Sie selbst entpacken und in die FSX-Dateistruktur einpflegen müssen, sind eventuell besondere Schritte nötig, um das Flugzeug überhaupt (unabhängig von der Livery) zum Laufen zu bekommen. In diesem Beispiel ist das der Fall. Installationsanweisungen liegen der Zip-Datei bei.

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Datei: xtb20n16.zip
Ordner: TB20GT_GEN2_N16PA
Verzeichnis: C:\Program Files (x86)\Microsoft Games\Microsoft Flight Simulator X\SimObjects\Airplanes

Bis hierhin haben wir zumindest das korrekte Flugzeugmodell heruntergeladen, fertig installiert und virtuell am GAT in Hannover abgestellt.

FSX-Screenshot: Socata TB-20
Diese Default-Socata-TB-20 wird gleich virtuell umlackiert. FSX-Screenshot: Weber

2.) Texturen anpassen

Die Textur-Dateien, die nun für die neue Registrierung (D-EIEM) und den Anstrich geändert werden müssen, befinden sich im folgenden Ordner und heißen:

Verzeichnis: C:\Program Files (x86)\Microsoft Games\Microsoft Flight Simulator X\SimObjects\Airplanes\TB20GT_GEN2_N16PA\texture.16PA
Dateien: trinfus.bmp (Rumpf außen), NWL.bmp (Tragfläche links), NWR.bmp (Tragfläche rechts)

Wichtig: Die genannten Dateien scheinen gemäß ihrer Dateiendung herkömmliche Bitmap-Dateien zu sein, doch tatsächlich sind sie das nicht. Spätestens wenn Sie versuchen, die Dateien in MSpaint, Gimp, Photoshop oder einem anderen Bildbearbeitungsprogramm zu öffnen, werden Sie eine Fehlermeldung bekommen. Der Grund: Es handelt sich um sogenannte Extended Bitmaps, für deren Bearbeitung Sie einen speziellen Konverter benötigen, den das Standard-Windows-Betriebssystem nicht an Bord hat. Wir empfehlen die Nutzung des kostenlosen »DXTBmp DXT Extended Bitmap Editor« (dxtbmpx.exe), der im Internet zum kostenlosen Download und ebenso zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung steht.

Mit diesem Programm konvertieren Sie erst die Extended Bitmaps in eine einfache Bitmap, die Sie bearbeiten können und nach Fertigstellung konvertieren Sie die erzeugte Bitmap-Datei wieder zurück in eine Extended Bitmap. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Und funktioniert, wie wir am nachfolgenden Beispiel beweisen.


3.) Konvertierung mit DXTbmp

Absolut notwendig ist, dass die bearbeitete Bitmap-Datei im Original-Format wieder abgespeichert wird. In diesem Fall handelt es sich um eine Extended Bitmap mit den Dateiattributen DXT3 1024×1024 16 Bit. Der Einfachheit und Nachvollziehbarkeit halber sind die nötigen Schritte hier dargestellt:

  1. Starten Sie das Programm und öffnen Sie via –> File –> open die Datei trinfus.bmp aus dem angegebenen Ordner
  2. Klicken Sie auf –> File –> Save as –> 24 bit BMP Image und speichern Sie diese Datei ab
  3. Öffnen Sie die abgespeicherte Datei in Ihrem Bildbearbeitungsprogramm und nehmen Sie die Änderungen vor
  4. Nachdem Sie alle grafischen Änderungen vorgenommen haben, speichern Sie die Datei als 24-bit-Bitmap im selben Format ab
  5. Starten Sie DXTbmp erneut und öffnen Sie die gerade erstellte Datei via –> File –> open
  6. Wichtig! Deaktivieren Sie in der rechten Sidebar unbedingt das Häkchen bei »MipMap – Include when saving« (andernfalls werden Ihre Texturen im FSX völlig verschwommen angezeigt)
  7. Klicken Sie nun –> File –> Save as –> Extended Bitmap und wählen Sie als Dateityp DXT3 aus
  8. Ersetzen Sie die Original-trinfus.bmp im angegebenen FSX-Ordner durch die hieraus entstandene Datei
  9. Wenn Sie nun den FSX starten und das entsprechende Flugzeug auswählen, haben Sie ein Flugzeug mit der soeben geänderten Textur.

Verfahren Sie mit den Dateien NWL.bmp und NWR.bmp (für die beiden Tragflächen) exakt genau so.


4.) Detail-Anpassungen

Vermutlich wird Ihnen die erste Version Ihres Flugzeugs im FSX noch nicht zu 100 Prozent gefallen. Sie können dann selbstverständlich selbst noch weitere Detailänderungen vornehmen, wenn Sie mögen. So können Sie beispielsweise den Thumbnail und die Flugzeug-Details ändern oder in der Haupt-Bilddatei Türgriffe oder andere Anbauteile hinzufügen.

Fun Fact: Mit Ihrer selbsterstellten Textur können Sie Ihr Flugzeug auch der AI-Traffic-Flotte hinzufügen, sodass es in den Zufalls-Pool der automatisch fliegenden Flugzeuge aufgenommen wird. Sinnvollerweise sollten Sie sich für das eine oder das andere entscheiden und nicht beides parallel laufen lassen. Sonst besteht die Möglichkeit, dass Sie in Ihrem Flugzeug fliegen und eines mit der selben Kennung, quasi der Zwilling, Ihnen in der Luft begegnet.

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Fazit

Fakt ist: Innerhalb weniger Stunden (meist reicht ein Abend) können Sie Ihr eigenes Flugzeug in den Microsoft Flight Simulator X bringen. Das funktioniert tatsächlich genau so mit allen anderen Arten von Luftfahrzeugen im FSX, also z. B. auch mit Hubschraubern.