Cessna, Check-In, Cockpit – Die wichtigsten Luftfahrt-Begriffe mit C

Grafik: Buchstabe C
Hier lesen Sie alle wichtigen Fachbegriffe aus der Luftfahrt mit dem Buchstaben C

Was ist ein Charterflug? Wo sitzt im Flugzeug der Pilot? Gibt es Chemtrails wirklich? – Haben Sie sich solche oder ähnliche Fragen auch schon mal gestellt?

Im Luftfahrt-Lexikon zum Buchstaben C erklären wir einige der gängigsten Vokabeln aus der Fliegersprache – einfach und für Laien verständlich! Lesen Sie mehr zu Flugzeugbauer Cessna, Cabin Crew, Check-In und Co.!



Cabin Crew

Die Cabin Crew sind im Gegensatz zur Bodencrew die Mitarbeiter, die direkt im Luftfahrzeug arbeiten. Dazu gehören meist Pilot, Copilot, Flugbegleiter und Purser auf klassischen Urlaubsflügen – bei Spezialflügen fliegen mitunter Techniker mit. Die Cabin Crew eines Polizeihubschraubers beispielsweise besteht immer aus einem Piloten, einem Flugtechniker und einem Cam Operator. Im Rettungshubschrauber ist ein Notarzt an Bord, der dann ebenfalls zur Cabin Crew gezählt wird. Auch Bediener der Rettungswinde (Winch Operator) gehören dazu.


CAVOK

CAVOK ist ein Begriff, der mit dem Flugwetter zu tun hat. Die englische Abkürzung bedeutet ausgeschrieben »Clouds And Visibility OK« und übersetzt soviel wie »Wolken und Sicht okay«. CAVOK beschreibt also einen Zustand, bei dem Sichtflug ohne Probleme bzw. Sicherheitsrisiken stattfinden kann. Es ist eine der häuftigsten Wetterbeschreibungen in der Luftfahrt. Mitunter wird der Begriff in offiziellen Wetterinformationen (wie ATIS-Meldungen am Flughafen, dem Meteorological Aviation Routine Weather Report [METAR] und Terminal Aerodrome Forecast [TAF]) verwendet.


Cessna

Der amerikanische Flugzeughersteller Cessna war bis in die 90er Jahre der wohl bedeutendste Hersteller insbesondere von Kleinflugzeugen. Der Klassiker und Verkaufsschlager ist die beliebte Cessna 172, die meist als Synonym für Kleinflugzeuge aller Art gebraucht wird. Im Volksmund ist ein Kleinflugzeug eine »Cessna«. Punkt. Vielen ist nicht bekannt, dass es auch Privatjets von Cessna gibt (Cessna Citation) und auch, dass das Unternehmen Cessna im Jahr 2014 in der Textron Inc. aufgegangen ist und die Bezeichnung Cessna seitdem nur noch als Marke existiert. Hersteller ist also Textron, Cessna die Marke.


Charterflug

Bei einem Charterflug wird das Flugzeug vermietet. Wie bei einem Mietwagen kann prinzipiell jeder ein Flugzeug chartern. Hat er keinen Führerschein (Pilotenlizenz), kann er sich einen Piloten dazu buchen, um sich dann zum Ziel seiner Wahl fliegen zu lassen. Wer ein Flugzeug chartert, kann über den Zielort bestimmen und dem oder den Piloten sagen, wo es langgeht. Meist werden Kleinflugzeuge von Privatpiloten gechartert, kleinere Turboprops und Privatjets von Geschäftsreisenden und größere Flugzeuge von Reiseveranstaltern. Zur Verdeutlichung:

BegriffDefinitionBeispiel
CharterAusleihen eines Flugzeugs durch einen Privatpiloten zur Selbstnutzung. Der Pilot zahlt die Charter-Gebühren an den Eigentümer (z. B. den Verein oder die Flugschule)Ein Privatpilot leiht sich eine Cessna 172 für 200 Euro pro Stunde und fliegt selbst damit
VollcharterMieten eines Flugzeugs i. d. R. inklusive Crew (Pilot/en) durch eine Privatperson oder ein Unternehmen ohne Luftfahrtbezug. Der Auftraggeber zahlt die Vollcharter-Gebühren an den Eigentümer (z. B. Luftfahrtunternehmen).(1) Ein Luftbildfotograf mietet eine Cessna 172 inklusive Pilot für 400 Euro pro Stunde

(2) Ein Unternehmer mietet einen Privatjet inklusive Crew für 3.100 Euro pro Stunde

(3) Ein Luftfahrtunternehmen mietet ein großes Passagierflugzeug mit Crew (wet-lease) oder ohne (dry-lease)
TeilcharterErwerben eines bestimmten Platzkontingents innerhalb eines Flugzeugs auf einer bestimmten Strecke. Der Auftraggeber (meist Reiseveranstalter) zahlt die Charter-Gebühren an den Eigentümer (z. B. Luftfahrtunternehmen).Ein Reiseveranstalter erwirbt 50 Sitzplätze in einer Boeing 737 für die Route Hannover-Fuerteventura, um sie anschließend weiter zu vermarkten

Check-In

Der Check-In bezeichnet im Prinzip das Bereitmelden eines Fluggastes, den Flug anzutreten. Wer für einen Flug eincheckt, macht damit den Mitarbeitern von Flughafen und Airline klar, dass er tatsächlich mitfliegen möchte. Fluggäste können entweder bis zu 24 Stunden vor Abflug vorab einen Online-Checkin vornehmen oder direkt vor Ort an einem Schalter im Terminal einchecken. Beim Online-Checkin kann der Boarding-Pass, den man für den Zutritt zum Sicherheitsbereich eines Flughafens benötigt, entweder ausgedruckt oder auf dem Mobiltelefon gespeichert werden. Vor Ort gibt es meist noch »richtige« Flugtickets – Bordkarten aus festem Papier mit hoher Grammatur. Beim Checkin bekommt der Passagier je nach Buchungs-Option einen konkreten Platz im Flugzeug zugewiesen oder kann ihn sich aussuchen. Ohne Checkin darf niemand mitfliegen!


Chemtrails

Bei den sogenannten Chemtrails handelt es sich um eine verbreitete Verschwörungstheorie, die besagt, dass Kondensstreifen von hoch fliegenden Flugzeugen keinen physikalischen Hintergrund haben, sondern es sich bei ihnen um bewusst aus dem Flugzeug abgegebene Chemikalien handelt. Meist wird behauptet, die Bevölkerung solle durch die Chemikalien vergiftet oder zwangsgeimpft werden. Das ist selbstredend Unsinn – Chemtrails gibt es nicht!


Christoph (Luftrettung)

Christoph ist der Funkrufname von Luftrettungs-Hubschraubern in Deutschland. Doch warum heißen Rettungshubschrauber Christoph? Die Antwort ist einfach: Benannt sind die Hubschrauber nach dem Schutzheiligen der Reisenden, Christophorus. Dem Begriff Christoph folgt entweder eine Ziffer (bei Rettungshubschraubern, z. B. Christoph 4, Christoph 6) oder einem Bundesland bzw. einer anderen charakteristischen Bezeichnung, die auf den Stationierungsort schließen lässt (bei Intensivtransporthubschraubern, z. B. Christoph Niedersachsen, Christoph Weser, Christoph Westfalen). Im BOS-Funk werden die ITH dennoch oft auch synonym mit Nummern gerufen (z. B. Christoph 86, Christoph 55, Christoph 76)


Cockpit

Das Cockpit ist der Teil der Kabine, von dem aus der Pilot das Luftfahrzeug steuert – vergleichbar mit dem Innenraum eines Autos oder dem Führerhaus eines Lastwagens. Dazu stehen allerlei Instrumente (Avionics) und Steuerelemente zur Verfügung, zum Beispiel Ruderpedale, Steuerhorn (Yoke) oder Stick, Gashebel (Throttle) und einiges mehr. Die Sitzordnung im Cockpit: Im Flugzeug sitzt der Pilot immer links und der Copilot rechts, im Hubschrauber ist es umgekehrt (Pilot rechts, Copilot links). Wenn es sich um eine Sitzanordnung handelt, bei der Pilot und Copilot nicht nebeneinander (side-by-side), sondern hintereinander (Tandem) sitzen, befindet sich der Pilot immer vorn – zum Beispiel bei Kampfjets, Segelflugzeugen oder einigen Tragschraubern.


CAT

Der Commercial Air Transport (CAT) ist das Pendant zur General Aviation (GA). Im wesentlichen bezeichnet der Begriff CAT die Linienfliegerei, während bei der GA oft individuelle Strecken auf Charter-Basis geflogen werden. CAT-Flugzeuge sind typische Urlaubsflieger wie Boeing 737, 747, 767 und 787 oder Airbus A320, A350, A380. GA-Flugzeuge wiederum Privatjets, Geschäftsreiseflugzeuge, Kleinflugzeuge, Tragschrauber und dergleichen. Mit CAT ist darüberhinaus die Kategorisierung von Start- und Landebahnen im Hinblick auf Instrumentenlandeverfahren (ILS). Dazu an anderer Stelle mehr.