ADAC Luftrettung transportiert erste Corona-Patienten und verschärft Sicherheitsmaßnahmen

Bild: Rettungshubschrauber und Lande-H
Intensivtransporthubschrauber (ITH) fliegen Patienten von einer Klinik zur anderen. Symbolfoto: Weber

Freitag 27. März 2020 – München (we). Die ADAC Luftrettung hat in den vergangenen Tagen erstmals am Coronavirus erkrankte Patienten transportiert. Wegen der Corona-Pandemie gelten jetzt an allen 37 Luftrettungsstationen des ADAC verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Der Rettungsdienst sei allerdings »uneingeschränkt verfügbar«, heißt es.

»Wir sind da. So schnell wie bisher und auch so sicher wie bisher«, versichert Frédéric Bruder, Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft, die zur ADAC Stiftung gehört. Weil die weitere Entwicklung der Corona-Krise jedoch nicht absehbar ist, will sich die ADAC-Luftrettung »auf eine weitere Eskalation einstellen«.

ADAC hält zusätzliche Hubschrauber bereit

Im Klartext: Sofern sich das Coronavirus in Deutschland weiter ausbreitet und der Bedarf an Intensivtransporten per Hubschrauber größer wird, kommen zwei zusätzliche Hubschrauber zum Einsatz. Der ADAC verfügt über ausreichend Reserve-Maschinen und kann diese bei Bedarf entsprechend einsetzen.

Interessanter Fakt am Rande: Die DRF-Luftrettung, die eine ähnlich große Hubschrauberflotte betreibt, geht einen anderen Weg. Sie schafft für rund 400.000 Euro spezielle EpiShuttle-Isoliertragen an, um sich für künftige Corona-Verlegungsflüge zu wappnen.

Sicherheitsmaßnahmen gegen Corona-Infektion

Zurück zum ADAC: Bisher hat sich offenbar kein Crew-Mitglied der ADAC-Rettungshubschrauber infiziert. Damit das so bleibt, sei der Zutritt zu den Luftrettungsstationen auf das nötigste Minimum beschränkt. Niemand außer den Crew-Mitgliedern darf sie betreten – also Piloten, Notärzte und Notfallsanitäter. »Auch Ausbildungs-Mitflüge sowie die sozialen Kontakte untereinander werden während des Dienstbetriebs auf ein Minimum reduziert«, heißt es.

Darüber hinaus gelte soweit möglich der Mindestabstand von zwei Metern. Bei Bedarf werden Schutzmasken aufgesetzt, Schutzanzüge getragen und insgesamt verstärkt desinfiziert.

ADAC hat schon mehrere Corona-Patienten geflogen

Wie der Leiter der Flugmedizin Dr. Matthias Ruppert bestätigt, hat es beim ADAC bereits die ersten Corona-Flüge gegeben. Dabei handelt es sich um Verlegungsflüge von einem Krankenhaus im ostfranzösischen Metz in die Uniklinik Homburg/Saar – im Rahmen der grenzüberschreitenden Nachbarschaftshilfe, wie es heißt.

An den Verlegungen beteiligt waren demnach Christoph 77 aus Mainz und Christoph 66 aus Eßweiler. Zuvor hatte es Ruppert zufolge bereits »etliche Einsätze der ADAC Luftrettung wegen Corona-Infektionen« am Boden gegeben.

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