Coronavirus-Tests am Flughafen Hannover: Noch freiwillig, bald Pflicht

Bild: Abstand halten
Flughafen Hannover: Streifen auf dem Boden bitten darum Abstand zu halten. Symbolfoto: Weber

Mittwoch 29. Juli 2020 – Hannover (we). Die Region Hannover hat Reiserückkehrer aus Risikogebieten zu freiwilligen Coronavirus-Tests am Flughafen Hannover aufgerufen. Hintergrund ist die vom Bund angekündigte Test-Pflicht ab kommendem Montag.

Konkret bedeutet das: Wer bis Sonntag aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkehrt, kann sich am Flughafen Hannover auf den Virus testen lassen, ab dem 3. August muss er sich testen lassen. Am Hannover Airport werde am heutigen Mittwochabend eine COVID19-Teststation den Betrieb aufnehmen, heißt es in einer Mitteilung der Region Hannover.

Schnelle Reaktion von Gesundheitsamt und Johannitern

Planungen des Bundes, die verpflichtenden Tests ab Montag einzuführen, sind erst kürzlich bekannt geworden. In Abstimmung mit dem Niedersächsischen Gesundheitsministerium habe das Gesundheitsamt der Region Hannover die Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. mit der Durchführung der Tests beauftragt, heißt es. Und die haben offensichtlich zügig gearbeitet.

Airport-Chef Dr. Raoul Hille: »Wir begrüßen es sehr, dass durch die gute Zusammenarbeit mit den zuständigen Gesundheitsbehörden das Testzentrum am Hannover Airport so schnell in Betrieb gehen kann. Durch die Möglichkeit für Passagiere aus Risikogebieten, sich direkt nach der Ankunft testen zu lassen, erhöht sich für die Flugreisenden die Sicherheit.«

Was kostet der Corona-Test?

Der Test auf das potentiell gefährliche Coronavirus ist kostenlos. Die Kosten, die mitunter der Hilfsorganisation dennoch entstehen, werden aus der Staatskasse oder vom Land Niedersachsen gezahlt. Die Region Hannover sei, so heißt es, »vertraglich und im Vertrauen auf die bisherige Zusage der Übernahme der Kosten durch das Land auf der Basis der Regelung von Bund und Ländern eine Verpflichtung eingegangen«.

Momentan wird mit rund 800 Reisenden täglich gerechnet. »Der Test für Reisende aus Risikogebieten trägt dazu bei, mögliche Infektionen frühzeitig zu erkennen und Infektionsketten zu unterbrechen«, erklärt Cora-Jeanette Hermenau, Dezernentin für Öffentliche Gesundheit der Region Hannover.

Wo ist die Teststation am Flughafen Hannover?

Wie der Flughafen Hannover mitteilt, werden die Tests »in der Ankunftsebene vor Terminal C durchgeführt«. Die Ankunftsebene ist die untere der beiden Terminal-Ebenen. Terminal C ist das neu umgebaute Terminal in der Nähe der S-Bahn-Station. An diesem Terminal werden auch die Flüge in die Non-Schengen-Staaten abgefertigt, die zumeist noch als Risikogebiet gelten. Die Wege der Reisenden vom Flugzeug zur Teststation werden dadurch entsprechend kurz gehalten.

Die Ergebnisse der Tests liegen offenbar erst nach 24 Stunden vor. Getestete können dann mit einem Code ihr Ergebnis im Internet abrufen. Fällt es positiv aus, müssen sie in Corona-Quarantäne. Das Ergebnis wird unterdessen auch dem Gesundheitsamt mitgeteilt, die dann im Falle eines positiven Coronavirus-Tests die Maßnahmen einleiten oder überprüfen könnte.

Was sind Risikogebiete?

Welche Länder als Risikogebiet gelten, bestimmt prinzipiell das Auswärtige Amt. Die Situation kann sich täglich ändern und sollte vom Reisenden selbst zeitnah zum Rückflug nach Deutschland recherchiert werden. Unter Berücksichtigung der Länder, aus denen der Flughafen Hannover direkt angeflogen wird, könnten (Keine Gewähr!) Einreisen möglicherweise ab Montag mit einer Test-Pflicht verbunden sein:

  • Ägypten
  • Kosovo
  • Libanon
  • Marokko
  • Montenegro
  • Russland
  • Serbien
  • Türkei
  • Ukraine
  • Weißrussland (Belarus)

Grundlage für die Auflistung sind aktive Warnungen »vor nicht notwendigen, touristischen Reisen« des Auswärtigen Amts per 29. Juli, 20 Uhr. In der nächst schwächeren Abstufung wird nicht gewarnt, sondern davon abgeraten. Diese Länder sind nicht berücksichtigt.

Wer nicht aus einem Risikogebiet einreist, kann sich zwar testen lassen, ist aber auch ab kommendem Montag nicht dazu verpflichtet! Es geht ausschließlich um Reisende aus Risikogebieten. Wer beispielsweise aus den Mitgliedsstaaten der EU einreist oder aus der Schweiz, Großbritannien und einigen weiteren Ländern, wird sich auch künftig keinem Test unterziehen müssen, sofern sich die Situation dort nicht kurzfristig wieder zuspitzt.