Feuerwehr-Flugzeug auf Streife: Crew entdeckt Torfbrand bei Nienburg

Bild: Feuerwehr-Flugzeug
Dieses Feuerwehr-Flugzeug ist eines von zweien bundesweit. Foto: Weber

Dienstag 11. August 2020 – Nienburg (we). Gut, dass es sie gibt! Die Besatzung eines Feuerwehr-Flugzeugs hat am Nachmittag einen Torfbrand im Landkreis Nienburg entdeckt und so die Ausbreitung des Feuers verhindert.

Während des routinemäßigen Beobachtungsflugs der Feuerwehr war der etwa 200 Quadratmeter große Flächenbrand in der Nähe von Sonnenborstel aufgefallen und anschließend eine Vielzahl an Einsatzkräften zu dem schwer zugänglichen Areal alarmiert worden.

Frühzeitiger Alarm verhindert Schlimmeres

Als die ersten von der Leitstelle Stadthagen alarmierten Feuerwehrleute am Torfabbaugebiet Brigitta eingetroffen waren, hatten die Flammen bereits auf einen Radlader übergegriffen. Den Kameraden war es jedoch gelungen, das Feuer an der Maschine schnell zu löschen, bevor auch die brennende Fläche unter Kontrolle gebracht werden konnte.

Der besondere Dank von Gemeindebrandmeister Ingo Müller dürfte mitunter einem Landwirt gelten, der im Pendelverkehr mit einem Wasserfass Löschwasser an die Einsatzstelle gebracht hatte – ebenso wie den Kameraden im Feuerwehr-Flugzeug, die das Feuer überhaupt erst frühzeitig entdeckt hatten.

Waldbrandgefahr in Niedersachsen

Insgesamt herrscht derzeit akute Waldbrandgefahr in ganz Niedersachsen. Grund dafür ist die andauernde Hitzewelle und Trockenheit. Neben Bäumen in Wäldern können auch ausgetrocknete Flächen, Torfgebiete oder Getreidefelder zu brennen beginnen.

In weiten Teilen Niedersachsens gilt aktuell die zweithöchste Waldbrandstufe 4. Für Teile des Landkreises Nienburg und die Lüneburger Heide hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) die höchste Warnstufe 5 ausgerufen. Lediglich in Südniedersachsen gilt der Waldbrandgefahrenindex 3 bzw. 2.

Beobachtungsflüge der Feuerwehr

Damit es nicht zu verheerenden Waldbränden oder Flächenbränden auf ausgedörrtem Boden kommt, streift die Feuerwehr mit einem Kleinflugzeug regelmäßig die besonders gefährdeten Gebiete ab. In den heißen Sommermonaten – und insbesondere innerhalb mehrtägiger Hitzeperioden mit anhaltender Trockenheit – stehen dafür zwei Cessna 206 zur Verfügung.

Die Feuerwehr-Flugzeuge starten vom Flugplatz Hildesheim oder Flugplatz Lüneburg zu ihren Beobachtungsflügen. An Bord sind neben einem Piloten der Feuerwehr – der auch eine entsprechende Uniform trägt – mindestens ein speziell geschulter Flugbeobachter der Feuerwehr und ein Forstbeauftragter.

Hilfe für Feuerwehrleute am Boden

Gemeinsam kümmern sie sich um die Früherkennung von Waldbränden und Flächenbränden in dünn besiedelten Gebieten. Wird ein Feuer entdeckt, kreist der Pilot meist über der Brandstelle, um als »fliegendes Auge« die Kameraden am Boden zu unterstützen.

Sofern im (schlimmsten anzunehmenden) Ernstfall die Löschkapazitäten der Freiwilligen Feuerwehren nicht ausreichen, hatte das Niedersächsische Innenministerium unter Boris Pistorius (SPD) bereits zu Beginn des Jahres den Einsatz privater Löschhubschrauber ins Auge gefasst. Diese Unterstützung ist bis dato jedoch offensichtlich noch nicht nötig gewesen.

Feuerwehr-Flugzeuge deutschlandweit einmalig

Interessant insgesamt: Die vom Feuerwehr-Flugdienst Niedersachsen (FFD) betriebenen Cessna-Flugzeuge genießen in ganz Deutschland Modellcharakter und sind somit einmalig. In keinem anderen Bundesland gibt es eine Feuerwehr-Einheit, die aus der Luft heraus operiert.