Flughafen Bremen: Passagier-Abfertigung gestrichen, Kurzarbeit

Foto: Flughafen Bremen
Flughafen Bremen mit Eingangsbereich zum Terminal. Symbolfoto: Weber

Freitag 27. März 2020 – Bremen (we). Der Flughafen Bremen hat am Nachmittag die komplette Einstellung der Passagier-Abfertigung bekanntgegeben. Außerdem wird angesichts der aktuellen Lage wegen des Coronavirus am Bremen Airport auf Kurzarbeit umgestellt. Flughafen-intern heißt das »flexibler Betrieb«.

Die Maßnahmen sind Folge daraus, dass inzwischen alle (!) am Flughafen Bremen vertretenen Airlines ihre im Flugplan geplanten Flüge aus dem Programm genommen und bis mindestens zum 19. April 2020 gestrichen haben. »Deshalb reduziert der Flughafen ab sofort die Kapazitäten auf den benötigten Bedarf«, heißt es in einer Pressemitteilung.

Flughafen bleibt eingeschränkt aktiv

Grundsätzlich bleibt der Flughafen Bremen allerdings auch in Corona-Zeiten aktiv. Möglich bleibt demnach weiterhin die Nutzung des Airports für die ansässigen Luftfahrtunternehmen und Luftfahrtindustrie wie auch für Rettungshubschrauber und Ambulanzflüge. Direkt am Flughafen ist der Intensivtransporthubschrauber Christoph Weser der DRF-Luftrettung stationiert. Außerdem ist Bremen Standort der Lufthansa Aviation Training (LAT Verkehrsfliegerschule Bremen), die angehende Berufspiloten in Theorie und Praxis ausbildet. Offensichtlich hatten die Piloten in Ausbildung bereits in den vergangenen Tagen den vergleichsweise wenig frequentierten Luftraum für Trainingsflüge in kleineren Lufthansa-Übungs-Jets genutzt.

Bild: Lufthansa-Flugzeug
Dieser Tage öfter zu sehen: Cessna Citation der Lufthansa Flight Training aus Bremen. Archivfoto: Weber

Kurzarbeit am Flughafen Bremen

Bedenklich allerdings: Für einen Großteil seiner Mitarbeiter hat der Flughafen Bremen Kurzarbeit angemeldet. Insgesamt rund 450 Mitarbeiter von FBG, BAH und BAS sind betroffen. Flughafen-Chef Elmar Kleinert, der vor wenigen Jahren vom Flughafen Paderborn-Lippstadt an die Weser gewechselt war, legt Wert darauf festzustellen, dass dies mitunter zum Schutz der Mitarbeiter geschehen ist. Dem Flughafen kommt es demnach mitunter darauf an, »durch den flexiblen Betrieb seinen Beitrag, Infektionsketten zu unterbrechen und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen«.

Normalbetrieb ab 20. April fraglich

Angedacht ist die Wiederaufnahme des Normalbetriebs am 20. April. Ob das so kommt, ist allerdings abhängig von der Entwicklung der Corona-Epedemie. Gleichwohl sieht sich der Flughafen in der Lage, den Betrieb umgehend wieder aufzunehmen, sofern sich die Situation entspannt und erste Passagierfluggesellschaften ihre Flüge wieder aufnehmen wollen. »Durch den flexiblen Betrieb kann der Flughafen auf alle Eventualitäten reagieren«, so Kleinert.

Die Pressemitteilung des Flughafens endet mit dem Satz: »Aufgrund der dynamischen Entwicklung der Corona Pandemie, lässt sich der wirtschaftliche Schaden des Flughafens derzeit noch nicht valide ermitteln.«

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