Flugverkehr in Deutschland: Experten erwarten mehr als 50 Prozent Ausfälle

Bild: Geparkte Passagierflugzeuge
Wahrscheinliches Bild in den kommenden Monaten: Passagierflugzeuge bleiben am Boden. Symbolfoto: Weber

Dienstag 17. März 2020 – Köln/Braunschweig (we). Wie knapp steht die Zivil-Luftfahrt vor dem Kollaps? Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) prognostizieren für die kommenden drei Monate Einbrüche im Flugverkehr zwischen 25 Prozent weltweit und bis zu 55 Prozent in Deutschland und Europa. Im Klartext heißt das: Bewahrheitet sich die Einschätzung der Experten, fällt im Schnitt mehr als jeder zweite Flug in Deutschland und Europa aus.

Die Zahlen für die denkbaren Flugausfälle beziehen sich auf den Vorjahreszeitraum und berücksichtigen den Zeitraum über die kommenden drei Monate hinweg. »Der Luftverkehr könnte sich anschließend über mehrere Monate auf niedrigerem Niveau weitgehend stabilisieren, wobei ein weiterer Rückgang bei Verschärfung der Corona-Krise nicht ausgeschlossen werden kann«, heißt es in einer Mitteilung des DLR.

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Prognose aus dem Global Aviation Monitor

Grundlage der Mitteilung ist eine Prognose aus dem vom DLR quartalsweise herausgegebenen Global Aviation Monitor. In der Studie berücksichtigt wurden bereits wegen des Coronavirus vorgenommene Flugstreichungen und welche, die kurzfristig noch zu erwarten sind. Als Stand wird der 13. März angegeben. Wie es tatsächlich weitergeht, ist jedoch völlig unklar. Die Situation ist nach Einschätzung der Forscher des DLR-Instituts für Flughafenwesen und Luftverkehr in Köln »sehr volatil«.

Wie geht es nach der Corona-Krise weiter?

Gleichwohl betonen die Wissenschaftler, dass sie nach Beendigung der Corona-Krise von einem »raschen Aufwärtstrend« ausgehen. Die längerfristigen Auswirkungen der Krise seien wohl »ähnlich wie bei 9/11, SARS oder der Finanzkrise 2008/09 gering.«

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