Göttingen: Rettungshubschrauber Christoph 44 feiert 40-jähriges Bestehen

Bild: Christoph 44
Christoph 44 ist desöfteren auch an der MHH Hannover zu Gast. Archivfoto (2008): Weber

Samstag 25. Juli 2020 – Göttingen (we). 40 Jahre Luftrettung in Göttingen: Anfang des Monats hat Rettungshubschrauber Christoph 44 sein 40-jähriges Bestehen gefeiert. Damit und mit ihren bis dato 52.000 geflogenen Einsätzen gehört die Station der DRF Luftrettung zu den erfahrensten in ganz Deutschland.

So vielfältig wie die Einsätze selbst sind auch die Einsatzorte und Regionen: Der Hubschrauber ist von Südniedersachsen aus regelmäßig in gleich fünf Bundesländern im Dienst. Dafür steht ein Hubschrauber vom Typ Eurocopter EC135 bereit, der an der Uniklinik Göttingen (Universitätsmedizin Göttingen, kurz: UMG) stationiert ist.

Wichtiger Teil der DRF-Luftrettung

»Wir sind stolz und gleichzeitig dankbar, dass uns in Göttingen bereits seit 40 Jahren Vertrauen entgegengebracht wird«, so Dr. Peter Huber, Vorstand der DRF Stiftung Luftrettung gemeinnützige AG. Im Rahmen einer Feierstunde würdigte er den Einsatz aller Beteiligten. »Wir danken den Notärzten des Zentrums Anästhesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin des Universitätsklinikums Göttingen, den Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr Göttingen und allen Rettungskräften, die die Crews von Christoph 44 am Boden unterstützen.«

Auch Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) hatte sich an die Zeit ohne Christoph 33 zurück erinnert: »Bis Anfang der 70er Jahre gab es praktisch keinen organisierten Rettungsdienst, nicht am Boden, erst recht nicht in der Luft. Das kann sich heute kaum noch jemand vorstellen. Im Namen der Stadt bin ich von Herzen dankbar, und Göttingen ist stolz darauf, dass dieser Standort hier ist«. Köhler sprach mitunter von einer insgesamt höheren Lebenserwartung in der Region, »weil die schnelle Rettung ein Bestandteil ist, der den Menschen Sicherheit garantiert«.

Geschichte des Christoph 44

Inzwischen hat Christoph 44 mehr als 52.000 Einsätze absolviert. Seinen ersten Einsatz hatte der Rettungshubschrauber noch unter dem Rufnamen »Florian Göttingen 10/66« am 4. Juli 1980 bei einem Verkehrsunfall bei Wöllmarshausen im Landkreis Göttingen. Zu der Zeit war ein Hubschrauber vom Typ Bell 206 Long Ranger im Dienst, der zu Beginn noch in Kassel Calden betankt und in einem provisorischen Zelthangar untergebracht werden musste.

Die Vorgespräche für den in Göttingen stationierten Rettungshubschrauber hatten bereits in den 70er Jahren stattgefunden und gingen auf die Anästhesieprofessoren Dietrich Kettler und Hans Sonntag zurück. Ihnen ist es letztlich zu verdanken, dass der Standort Göttingen eingerichtet wurde und sich etablieren konnte. Kettler und Sonntag hatten intensiv mit dem Niedersächsischen Sozialministerium, der Stadt Göttingen und potentiellen Betreibern verhandelt. Von Beginn an war der Betreiber die DRF Luftrettung, die zu der Zeit noch unter der Bezeichnung Deutsche Rettungsflugwacht e. V. aktiv war. Es gab dementsprechend noch nie einen Betreiberwechsel beim Christoph 44.

Einsätze von Christoph 44

Seit 1985 steht nun an der UMG eine moderne Luftrettungsstation mit Landeplatz, Hangar und Büro zur Verfügung, von der aus Christoph 44 zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang einsatzbereit ist. Die Einsätze von Christoph 44 im vergangenen Jahr: 1.559 an der Zahl. Der Großteil davon Notfalleinsätze (Primäreinsätze), aber auch Intensivtransporte (Sekundäreinsätze).

Beim Hubschrauber handelt es sich zum Jubiläum um die Maschine mit der Kennung D-HYYY (Eurocopter EC135). Die aktuelle Crew besteht aus Stationsleiter und Pilot Dennis Lauterberg, dem leitenden Notfallsanitäter Christian Schulze und dem leitenden Notarzt Dr. Markus Roessler.