LBA schaltet Portal frei: EU-Drohnenführerschein online machen

Bild: Prüfung Kleiner Drohnenführerschein
Online-Prüfung für den Kleinen Drohnenführerschein vom LBA. Screenshot: Weber

Donnerstag 31. Dezember 2020 – Braunschweig (we). Das Luftfahrtbundesamt (LBA) hat sein Portal für den Erwerb des »Kleinen Drohnenführerscheins« freigeschaltet. Damit ist es Fernpiloten ab sofort möglich, sich den persönlichen EU-Kompetenznachweis für die Drohnen-Subkategorien A1/A3 in der OPEN-Klasse zu sichern. Das Training, die Prüfung und das Zertifikat sind kostenlos.

Zwar ist die Betreiberregistrierungspflicht seitens des LBA noch bis Ende April ausgesetzt worden, die neue EU-Drohnenverordnung (EU) 2019/945 gilt jedoch trotzdem bereits ab morgen. Sie sieht im Wesentlichen vor, dass auch kleinere Bestandsdrohnen (Multicopter etc.) nur dann gesteuert werden dürfen, wenn der Fernpilot wenigstens eine gewisse Basis an Grundwissen nachgewiesen hat.

Wer braucht einen Drohnenführerschein?

Vom LBA heißt es dazu wörtlich: »Steuerer von Drohnen müssen ab dem 31.12.2020 in vielen Fällen über ein im allgemeinen Sprachgebrauch als „Drohnenführerschein“ bezeichnetes Dokument verfügen, sofern sie eine Drohne in der Offenen Kategorie betreiben«. Dieses Dokument kann entweder ein älterer Kenntnisnachweis nach § 21 Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) sein, ein Fernpiloten-Zeugnis (»Großer Drohnenführerschein«) oder eben der »Kleine Drohnenführerschein«, den man über die Online-Prüfung bekommt.

Rechtlich von Bedeutung ist der Drohnenführerschein – auch in der Übergangszeit bis zum 1. Januar 2022 – vor allem für Fernpiloten, die eine Bestandsdrohne mit einem Gewicht zwischen 500 und 2.000 Gramm fliegen möchten, also zum Beispiel eine DJI Mavic Pro. Mit einem Abfluggewicht in diesem Bereich darf ab morgen nicht mehr ohne Kenntnisnachweis geflogen werden! Welcher Führerschein für alte Drohnen benötigt wird, ist wiederum nicht nur abhängig vom Gerät, sondern auch vom Einsatzszenario. Hier das Beispiel für die DJI Mavic Pro:

Drohne*FlugszenarioKenntnis-Nachweis
Flug-Kategorie A2Flug auf bis zu 5 Meter Entfernung von Menschen möglichGroßer Drohnenführerschein
Flug-Kategorie A3Kein Flug in unmittelbarer Nähe zu Menschen, nicht weniger als 150 Meter Abstand zu »urban areas«Kleiner Drohnenführerschein

*) DJI Mavic Pro als Altgerät ohne Klassifizierung durch den Hersteller; Flug-Kategorie A1 in diesem speziellen Fall nicht relevant

Weitere Fragen zum Thema beantwortet möglicherweise der Drohnen-FAQ-Bereich auf der Internetseite des LBA.

Wie läuft die Drohnenführerschein-Prüfung ab?

Während beim Großen Drohnenführerschein eine Praxisprüfung nötig wird, genügt beim Kleinen Drohnenführerschein ein Online-Test. Auf dem nun bekanntgegebenen LBA-Portal müssen Sie dazu erst eine Trainingsprüfung absolvieren, bei der Sie im Multiple-Choice-Verfahren verschiedene Fragen beantworten müssen. Im Trainings-Szenario wird im linken Bereich angezeigt, ob Sie die Frage korrekt beantwortet haben (grünes Häkchen) oder falsch (rotes Kreuzchen). Sie können anschließend problemlos alle Fragen so lange bearbeiten, bis Sie nur noch grüne Häkchen haben, klicken dann auf »Abgeben« und qualifizieren sich damit für die eigentliche Prüfung.

Diese sieht ähnlich aus wie die Trainins-Prüfung, beinhaltet jedoch ein paar Fragen mehr bzw. auch andere, aber thematisch ähnliche Fragen. Außerdem können Sie nun (selbstverständlich) nicht mehr vor Abgabe ihres Tests sehen, ob die Antwort korrekt war oder nicht. Ein ausgegrautes Häkchen informiert nur darüber, ob Sie die Frage überhaupt schon beantwortet haben. Für 40 Fragen haben Sie insgesamt 45 Minuten Zeit. Beantworten Sie mehr als 75 Prozent korrekt, bekommen Sie anschließend Ihren Kleinen Drohnenführerschein per E-Mail zugeschickt. Alternativ können Sie ihn als PDF-Datei aus dem Portal herunterladen.

Hier kommen Sie zur Onlinekurs Drohnenführerschein des LBA