Leiferde: Bundespolizei-Hubschrauber unterstützt Löscharbeiten an Bahnstrecke

Bild: Bundespolizei-Hubschrauber
Ein solcher Super-Puma-Hubschrauber war an der Bahnstrecke bei Dollbergen im Löscheinsatz. Symbolfoto: Weber

Mittwoch 20. Mai 2020 – Gifhorn/Leiferde (we). Die Bundespolizei hat am Dienstagnachmittag gleich mit zwei Hubschraubern einen Feuerwehr-Einsatz bei Leiferde unterstützt. An der Bahnstrecke Hannover-Berlin waren zwischen Leiferde und Meinersen große Teile der Böschung in Brand geraten. Während die Besatzung des einen Hubschraubers die Lage aus der Luft beobachtete, wurde mit dem anderen Hubschrauber Wasser herbeigeschafft und über dem Flächenbrand abgeworfen.

Die Brände waren gegen 13 Uhr entdeckt worden, als die Bundespolizei gerade nördlich von Ehra-Lessien das Aufnehmen und Abwerfen von Wasser mit einem Hubschrauber (Typ Aérospatiale AS 332 »Super Puma« D-HEGO) trainiert hatte. Die Folge: Es ging in Absprache mit der Feuerwehr von der Übung direkt zum Ernstfall!

Bambi-Bucket und Wärmebildkamera

Nach Angaben der Bundespolizei unterstützte der Super Puma die Feuerwehrmänner am Boden mit insgesamt sechs Abwürfen aus dem Wasserbehälter. Der sogenannte Bambi-Bucket fasst rund 2.000 Liter Löschwasser, das aus der Oker geschöpft wurde. Zur Unterstützung war ein weiterer Bundespolizei-Hubschrauber im Einsatz, der die Bahnstrecke abgeflogen und mit der Wärmebildkamera auf weitere oder noch nicht entdeckte Glutnester kontrolliert hatte. Der Einsatz dauerte rund vier Stunden, die Bahnstrecke war während der Löscharbeiten voll gesperrt.


Nachfolgend der Einsatzbericht der Bundespolizeiinspektion Hannover im Wortlaut:

»Am frühen Nachmittag erhielt die Bundespolizei in Hannover die Mitteilung, dass es im Raum Dollbergen – Leiferde zu mehreren Böschungsbränden entlang der Bahnstrecke gekommen sei. Der daraufhin eingesetzte Hubschrauber der Bundespolizei aus Gifhorn konnte aus der Luft zunächst zwei Glutnester im Raum Meinersen mit starker Rauchentwicklung ausmachen.

Von Seiten der Einsatzleitung der Feuerwehr wurde um Löschunterstützung aus der Luft gebeten, um ein Übergreifen der Brände auf benachbarte Waldgebiete zu verhindern. Eine zufällig stattfindende Brandbekämpfungs-Übung der Bundespolizei-Fliegerstaffel im Raum Ehra-Lessien konnte somit aus der Bewegung in den realen Einsatz übergehen. Nach Abschaltung und Erdung der Oberleitung (15.000 Volt) über der Bahnstrecke konnte der Löschhubschrauber -6- Mal nacheinander Wasser mit einem so genannten Bambi-Bucket über den Brandnestern abwerfen. Parallel liefen am Boden die Löscharbeiten der Feuerwehr und durch einen weiteren Beobachtungshubschrauber der Bundespolizei mit Wärmebildtechnik erfolgte die weitere Beobachtung der Bahnstrecke. Bei der verbrannten Fläche handelt es sich um ca. 4.500 Quadratmeter.

Ursache für die Entstehung des Brandes war ersten Ermittlungen zufolge die schadhafte Bremse eines durchfahrenden Güterzuges. Die daraus entstehende Überhitzung verursacht häufig Funkenflug, der bei den derzeit trockenen Böden sehr schnell Brände verursachen kann. Auch am heutigen Tage musste die Strecke abermals nach Glutnestern abgesucht werden, da der Regen in der Nacht nicht ausreichend war.«


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