Libyen-Konferenz in Berlin: Polizeihubschrauber eskortiert Segelflugzeug aus der Sperrzone

Bild: Polizei-Streifenwagen im Einsatz
Polizeieinsatz in Berlin. Symbolfoto: Weber

Montag 20. Januar 2020 – Berlin (we). Sicherheits-Zwischenfall beim sogenannten Libyen-Gipfel in Berlin: Am Sonntag ist ein Segelflugzeug in den gesperrten Luftraum eingeflogen und anschließend von einem Hubschrauber der Polizei Berlin abgefangen und aus dem Sicherheitsbereich herauseskortiert worden.

»Unser Polizeihubschrauber musste vor wenigen Minuten ein Segelflugzeug nach einem strafbaren unerlaubten Eintritt in den Luftraum zum Flughafen Strausberg begleiten«, hatte es am Sonntagabend in einer Einsatzmeldung der Polizei Berlin geheißen. Die Luftraum-Sperrung war in einem Radius von 30 Nautischen Meilen bzw. umgerechnet 56 Kilometern um das Kanzleramt in Berlin-Mitte angelegt gewesen (ED-R Humboldt), der Einflug in diesen Bereich für Privatflüge aus Sicherheitsgründen streng untersagt.

Einflug in die Sicherheitszone ist strafbar

Was den Piloten nach diesem Zwischenfall erwartet, ist unklar. Fakt ist jedoch: Neben dem Schrecken in den Gliedern dürfte der Pilot des Segelflugzeugs ein langwieriges Rechtsverfahren am Hals haben. Der Einflug in die Sperrzone stellt eine Straftat nach § 62 Luftverkehrsgesetz (LuftVG) dar. Wer dies nicht absichtlich (vorsätzlich), sondern versehentlich, weil er sich beispielsweise vorher nicht ausreichend über die NOTAM (Notice to airmen – offiziell bekanntgegebene Hinweise an Piloten, d. Red.) informiert hat, wird demzufolge »mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu einhundertachtzig Tagessätzen bestraft«. In Fachforen wird über den zusätzlichen Verlust der Lizenz und der Zuverlässigkeitsüberprüfung (ZÜP) des Piloten spekuliert.

air2air.de wird – sofern es zu einer Anklage durch die Staatsanwaltschaft kommt – den Gerichtsprozess verfolgen und weitergehend darüber berichten.

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