Neuer Corona-Lockdown kommt am 2. November

Mittwoch 28. Oktober 2020 – Berlin (we). Beschlossene Sache: Die Bundesregierung hat am Mittwochabend neue Einschränkungen in der Corona-Krise bekanntgegeben. Sie gelten, so der Plan, ab kommendem Montag den ganzen Monat lang. Die Auswirkungen des Lockdowns treffen erneut auch die Luftfahrt – allerdings vorerst nicht so hart wie im März.

Der aktuelle Beschluss von Bundeskanzlerin und Länderchefs gilt bundesweit. Nun müssten die Länder die Umsetzung in Allgemeinverfügungen regeln, so Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Pressekonferenz im Anschluss an die Video-Schalte mit den Ministerpräsidenten. Welche wesentlichen Einschränkungen sich aus dem Papier ergeben, haben wir nachfolgend aufgelistet.

Vor allem Flughafen-Gastronomie betroffen

Insgesamt scheint es so als wären diesmal die Auswirkungen auf Luftfahrt, Airlines und Flughäfen vergleichsweise gering. Nachfolgend sind – wie im Beschluss selbst – nur die ergänzenden Maßnahmen genannt.

BetrifftEinschränkungenBeschluss Punkt
JedenJeder wird »angehalten« Abstände zu wahren und Kontakte einzuschränken (nicht rechtsverbindlich), Aufenthalt in der Öffentlichkeit, in Wohnungen und privaten Einrichtungen nur noch mit maximal zehn Personen aus insgesamt maximal zwei Haushalten (rechtsverbindlich)2 und 3
ReisendeJeder wird »aufgefordert« auf nicht notwendige private Reisen zu verzichten – auch zu Verwandten (Aufforderung vermutlich nicht rechtsverbindlich), Übernachtungen im Inland dürfen nur noch für notwendige, nicht touristische Zwecke angeboten werden (rechtsverbindlich)4
Luftsport-EventsInstitutionen der Freizeitgestaltung werden geschlossen – darunter »Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen)«, worunter beispielsweise Fallschirmsprung-Anbieter fallen dürften5b
LuftsportvereineUntersagt wird der »Freizeit- und Amateursportbetrieb mit Ausnahme des Individualsports allein, zu zweit oder mit dem eignen Hausstand« – für Luftsportvereine dürfte das bedeuten: Flugbetrieb/Einmotten mit bis zu zwei Mitgliedern aus maximal zwei Haushalten bleibt möglich, Vereinsversammlungen nicht5d
Gastronomie am FlughafenGastronomiebetriebe – auch in den Flughafen-Terminals – werden geschlossen, Ausnahme: »Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause sowie der Betrieb von Kantinen«7
Einzelhandel am FlughafenDarf geöffnet bleiben, wenn sichergestellt wird, dass sich maximal ein Kunde pro 10 Quadratmeter Ladenverkaufsfläche im Geschäft aufhält9

Datenquelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA) / Pressemitteilung 381

Wie bereits zuvor sind für Flugzeuge und Luftfahrt-Infrastruktur (Flughafen-Gebäude, Reisenden-Terminals, GATs) keine expliziten Maßnahmen oder Höchstgrenzen für Zusammenkünfte genannt. Zumindest Luftfahrzeuge dürften nicht als »Öffentlichkeit« gelten, für die eine Grenze von maximal 10 Personen aus insgesamt bis zu zwei Haushalten gilt. Sehr wahrscheinlich gilt auch ein Flughafen-Terminal nicht als »Öffentlichkeit«.

Warten auf die Länder-Verordnungen

Einzelheiten zur Umsetzung des Beschlusses werden die Bundesländer in den kommenden Tagen in den jeweiligen Verordnungen bekanntgeben. Es ist davon auszugehen, dass auch Flughafen-Gesellschaften, Airlines und Vereine Pressemitteilungen herausgeben werden, sofern sie eine Länder-Verordnung betrifft bzw. wesentlichen Einfluss auf den Betrieb hat.

Beim vergangenen Lockdown im März hatte zuerst kurzfristig Corendon den Flugbetrieb ab Hannover eingestellt – während Air France, Eurowings, Lufthansa, SunExpress, Tuifly, Turkish und Wizz noch ein paar Tage abgewartet hatten. Die weißrussische Belavia hatte ihren Flugbetrieb unbeeindruckt die gesamte Zeit über fortgesetzt.

Im aktuellen Beschluss ist vermerkt, dass die Regelungen vom 2. November an den kompletten Monat lang gültig sein werden. Allerdings mit der Option, nach zwei Wochen die Situation erneut beurteilen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen zu können – in welche Richtung auch immer.