Rettungshubschrauber Christoph 19 aus Uelzen fliegt 40.000sten Einsatz

Bild: Christoph 19
Die Station von Christoph 19 am Klinikum Uelzen gehört sicherlich zu den naturnahesten. Archivfoto: Weber

Samstag 18. Juli 2020 – Uelzen (we). Jubiläum am Klinikum Uelzen: Von dort aus ist kürzlich Rettungshubschrauber Christoph 19 zu seinem 40.000sten Einsatz gestartet. Diese Marke ist seit Gründung der Luftrettung in Deutschland im Jahr 1970 erst von sechs weiteren Stationen der gemeinnützigen ADAC Luftrettung erreicht worden.

Der Jubiläums-Rettungsflug ging am vergangenen Wochenende nach Vockfey im Amt Neuhaus direkt an der Elbe. Dort war ein Mann von einer Kuh verletzt worden, konnte aber nach einer notfallmedizinischen Versorgung mit dem Rettungswagen in das Städtische Klinikum Lüneburg gebracht werden. So konnte Christoph 19, der direkt auf dem schmalen Deich gelandet war, direkt zum nächsten dringenden Notfall-Einsatz starten.

Wichtiger Teil der ADAC-Luftrettung

»Die Station in Uelzen hat zu den bis heute mehr als 1 Million Einsätzen der ADAC Luftrettung einen entscheidenden Beitrag geleistet«, so Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung. Und weiter: »In der Region ist die Crew mit ihrer hohen Professionalität und ihrem großen Engagement als schneller Lebensretter aus der Luft nicht mehr wegzudenken.«

In den vergangenen Jahren war die Crew aus Hubschrauber-Pilot, Notfallsanitäter und Notarzt zu durchschnittlich 1.400 Notfällen ausgerückt, im ersten Halbjahr 2020 waren es schon mehr als 600. Am Standort Uelzen sind insgesamt 22 Teammitglieder abwechselnd im Einsatz: Drei Piloten der ADAC Luftrettung, 14 Notärzte des Klinikums Uelzen der Fachrichtungen Anästhesie und Chirurgie sowie fünf Notfallsanitäter (Technical Crew Member Helicopter Emergency Medical Services, kurz: TC-HEMS) des DRK Kreisverbandes Uelzen.

Einsatzzahlen, Einsatzgebiete, Einsatzgründe

Und noch ein paar weitere interessante Zahlen und Fakten: Eingesetzt wird ein Hubschrauber vom Typ Eurocopter EC135. Die Betriebszeiten: Von frühestens 7 Uhr bis Sonnenuntergang. Nach Angaben der ADAC Luftrettung wurden mehr als 90 Prozent der Einsätze im ersten Halbjahr 2020 im Bundesland Niedersachsen geflogen, rund fünf Prozent in Sachsen-Anhalt. Die übrigen verteilen sich auf Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Einsatzgrund Nummer Eins waren im vergangenen Jahr mit 29 Prozent Notfälle des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen. Mit 24 Prozent folgen Verletzungen nach Unfällen. Dazu gehören Freizeit-, Sport-, Schul- und Verkehrsunfälle. In 15 Prozent der Fälle diagnostizierten die Lebensretter aus der Luft neurologische Notfälle wie zum Beispiel einen Schlaganfall. Bei sieben Prozent war ein Notfall des Atmungssystems wie akute Atemnot oder Asthma die Ursache.

Geschichte des Christoph 19

Der Rettungshubschrauber Christoph 19 war am 21. September 1981 in Dienst gestellt worden und wird seit dem 7. April 1983 vom ADAC betrieben. Stationiert ist er am Helios Klinikum Uelzen. Stationsleiter ist aktuell Nils Böther, Leitender Hubschrauberarzt Theo Fricke und Leitender TC-HEMS Marc Meldau. Christoph 19 ist einer von drei ADAC-Rettungshubschraubern mit Station in Niedersachsen. Die beiden anderen: Christoph 30 (Wolfenbüttel) und Christoph 26 (Sande bei Wilhelmshaven).