Sturm Hermine wirbelt Flugplan in Bremen durcheinander

Bild: Flugzeug in schlechtem Wetter
Schlechtes Wetter und Seitenwind am Flughafen: Streichungen und Umleitungen. Symbolfoto: Weber

Sonntag 27. Dezember 2020 – Bremen (we). Auch das noch! Sturmtief Hermine hat heute die Flugpläne in ganz Deutschland durcheinandergebracht und für Warteschleifen und Umleitungen gesorgt. Auch Flughäfen im Norden waren davon betroffen.

Obwohl es ohnehin deutlich weniger Flüge gibt als gewöhnlich, mussten unter anderem an den Flughäfen Bremen und Hannover von den wenigen verbliebenen einige umgeleitet werden. Am Abend hat sich die Lage jedoch bereits wieder beruhigt. Nachfolgend die sturmbedingten Divertions (Umleitungen) in der Übersicht.

Flug-Umleitungen in Bremen

Flug / Airline / Typ / RegVonStatus
FR3783
Ryanair
B737
9H-LOM
MallorcaNach einer Warteschleife über Bremen umgeleitet nach Hamburg; Folgeflug FR3782 direkt ab Hamburg – Passagiere per Bus dorthin
LH2192
Lufthansa
CRJ9
D-ACNM
MünchenNach zwei erfolglosen Landeanflügen umgeleitet nach Hamburg; Rückflug
LH2193 gestrichen
LH354
Lufthansa
E190
D-AECE
FrankfurtNach einem erfolglosen Landeanflug umgeleitet nach Hamburg; Rückflug LH357 gestrichen, nachdem der Ferry Flight ebenfalls nicht landen konnte (s. u.)
LH9951
Lufthansa
E190
D-AECE
HamburgFerry Flight aus Hamburg, um den LH354-Rückflug LH357 ab Bremen durchführen zu können; nach einem Landeversuch aber durchgestartet und ohne Stopp nach Frankfurt zurückgeflogen
KL1757
KLM
E190
PH-EZA
AmsterdamNach einem erfolglosen Landeanflug umgeleitet nach Hamburg; Folgeflug KL1750 regulär für morgen früh geplant, ggf. später Ferry Flight aus Hamburg nach Bremen

Stand: 27.12.20, 20.10 Uhr

Flug-Umleitungen in Hannover

Flug / Airline / Typ / RegVonStatus
XQ974
SunExpress
B737
TC-SNR
IzmirNach zahlreichen Warteschleifen im Celle-Holding, einem erfolglosen Landeanflug, einer weiteren Schleife im Nienburg-Holding und zweitem erfolglosen Landeanflug umgeleitet nach Berlin; Rückflug XQ975 gestrichen

Stand: 27.12.20, 20.10 Uhr

Am Vormittag war bereits eine Turkish-Airlines-Maschine aus Istanbul (TK1553, TC-LSR) nach einem erfolglosen Anflug auf Hannover ins Celle-Holding gegangen, hatte dann aber nach einigen Warteschleifen im zweiten Versuch auf der Nordbahn landen können.

Heftige Seitenwinde aus Süden

Hintergrund: Neben der heutigen Windstärke hat auch die Windrichtung Einfluss auf die Umleitungen und Flugstreichungen gehabt. Der Grund: Die beiden oben genannten Flughäfen verfügen über Landebahnen in Ost-West-Ausrichtung (090/270 Grad), Sturm Hermine bläst aus nahezu exakt südlicher Richtung (180 Grad). Dementsprechend gibt es keinen ungünstigeren Winkel als eben diesen Seitenwind aus ungefähr 90 Grad zur Flugrichtung.

Dazu kamen starke Sturmböen. Die METAR-Wetterdaten für den Flughafen Hannover hatten am Nachmittag, als sich der SunExpress-Flug im Holding befand, Wind mit 20 Knoten (ca. 37 km/h) bzw. in Böen bis 37 Knoten (fast 70 km/h) ausgewiesen. In Bremen hatte es ähnliche Werte gegeben, die eine sichere Landung in Kombination mit der Windrichtung unmöglich gemacht hatten.