Sturm Yulia im Ruhrgebiet: Flugverkehr am Flughafen Düsseldorf kaum beeinträchtigt

Bild: Logo Düsseldorf Airport
Es stürmt derzeit am Flughafen Düsseldorf. Symbolfoto: Weber

Sonntag 23. Februar 2020 – Düsseldorf (we). Es stürmt wieder in Deutschland! Exakt zwei Wochen nachdem Orkantief Sabine über weite Teile des Landes hinweggefegt ist, sind am Sonntagmittag wieder ähnlich hohe Windgeschwindigkeiten am Flughafen Düsseldorf gemessen worden. Seinerzeit hatte es mehrere Landeabbrüche, Durchstartmanöver und Umleitungen wegen heftiger Windböen gegeben. Wird Sturmtief Yulia über NRW nun ähnlich heftig?

Sehr wahrscheinlich nicht. Die gute Nachricht für Reisende am heutigen Tag: Trotz sehr ähnlicher Wetterbedingungen ist der Flugverkehr in Düsseldorf bis zum späten Nachmittag (17 Uhr) nicht wesentlich beeinträchtigt worden. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten gerade einmal sechs Flugzeuge ihren Anflug auf Düsseldorf abbrechen und durchstarten. Erwartet wurden größere Störungen, zumal es abseits des Flugverkehrs auch einige vorsorgliche Sicherheitsmaßnahmen gegeben hatte. Im benachbarten Köln beispielsweise wurden die heutigen Karnevalszüge bereits am Vormittag abgesagt.

Sturmböen erschweren die Landungen

Spitzenwerte in Sachen Windgeschwindigkeiten erreichte die Wetterstation am Flughafen Düsseldorf am Vormittag. Um 10.20 waren 30 kt Wind aus Südwest gemessen worden, in Böen bis 43 kt (Quelle: METAR). Das entspricht 55 Kilometern pro Stunde bzw. in Böen Tempo 80 – eine Herausforderung für jeden Piloten. In der Folge wurden den ganzen Tag über einige Landungen abgebrochen und der Anflug wiederholt. Im jeweils zweiten Versuch brachten die Piloten die Flugzeuge schließlich sicher zu Boden. Gut für die Crews: Der Wind kam in Anflugrichtung nahezu frontal von vorn rechts – bei 90-Grad-Seitenwinden (Crosswinds) hätte es deutlich mehr Durchstart-Manöver (Go-Arounds) gegeben.

Heutige Go-Arounds am Flughafen Düsseldorf

  • 8.40 Uhr: Swiss-Flug LX1016 aus Zürich, Embraer 190 HB-JVR (ICAO-Mode-S 4B19F7)
  • 11.50 Uhr: Laudamotion-Flug OE7765 aus Mallorca, Airbus A320 OE-LOS (ICAO-Mode-S 440326)
  • 12.15 Uhr: Eurowings-Flug EW7080 aus Hamburg, Airbus A320 D-AIZR (ICAO-Mode-S 3C6752)
  • 14.35 Uhr: Eurowings-Flug EW9643 aus Faro, Airbus A320 D-AIZT (ICAO-Mode-S 3C6754)
  • 16.45 Uhr: Airfrance-Flug AF1406 aus Paris, Embraer 170 F-HBXK (ICAO-Mode-S 3986EA)
  • 16.55 Uhr: Easyjet-Flug U255096 aus Berlin, Airbus A320 OE-IZS (ICAO-Mode-S 440145), umgeleitet nach Köln
  • 17.00 Uhr: Eurowings-Flug EW9881 aus Agadir, Airbus A321 D-AEUB (ICAO-Mode-S 3C56A2)
  • 17.05 Uhr: Eurowings-Flug EW9343 aus Manchester, Airbus A319 D-AGWC (ICAO-Mode-S 3C5EE3)

Umleitungen: 1 (wetterbedingt)
Streichungen: 5 (zumeist von den Kanaren, wegen eines dortigen Sandsturms)

(Datenerhebungszeitraum: 23.02.2020, 8 bis 18 Uhr lcl)

Hintergrund: Flughafen Düsseldorf

Der Flughafen Düsseldorf ist – gemessen an seiner Passagierzahl von mehr als 25 Millionen im vergangenen Jahr – der drittgrößte deutsche Flughafen nach München (knapp 48 Millionen Passagiere in 2019) und Frankfurt (70,5 Millionen Passagiere in 2019). Der Internationale Verkehrsflughafen Düsseldorf verfügt über zwei Start- und Landebahnen: Die nördlich gelegene 2.700 Meter lange Piste 05L bzw. 23R und die näher zum Terminal gelegene 3.000 Meter lange 05R bzw. 23L. Damit den Piloten eine solche maximale Landestrecke nicht ausreicht, braucht es schon einen sehr verwackelten Anflug bzw. sehr starke Windböen. Die Landestrecke eines Airbus A320 und A320 neo gibt der Hersteller mit 1.491 Meter an.

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