Tragschrauber-Hersteller AutoGyro meldet vorläufige Insolvenz an

Bild: AutoGyro Hildesheim
Internationaler Tragschrauber-Hersteller aus Deutschland: AutoGyro in Hildesheim. Archivfoto: Weber

Mittwoch 2. Dezember 2020 – Hildesheim (we). Die AutoGyro GmbH aus Hildesheim hat in Folge der COVID19-Pandemie einen Antrag auf vorläufige Insolvenz gestellt. Das hat der bedeutendste deutsche Hersteller von Tragschraubern mit Sitz am Flugplatz Hildesheim jetzt in einer Mitteilung bekanntgegeben.

Es gibt aber offenbar noch Hoffnung. AutoGyro-Sprecher Gerry Speich macht Mut und sagt: »This is the first step, not the last«. Es handele sich nicht um eine Bankrotterklärung, sondern viel mehr um einen wohlüberlegten Schritt als »Teil der umfassenden Restrukturierungsstrategie«.

Corona bremst Tragschrauber-Verkauf aus

Durch die anhaltenden Einschränkungen durch die Corona-Krise seien insbesondere die wichtigen Tragschrauber-Schlüsselmärkte Asien und Nordamerika eingebrochen. »Um handlungsfähig zu bleiben, ist der vorläufige Insolvenzantrag die logische Konsequenz und das probate Mittel für die nächsten strategischen Schritte«, heißt es wörtlich.

Und: Nach bereits erfolgten Restrukturierungsmaßnahmen auch mit Hilfe externer Berater habe sich das Unternehmen AutoGyro bereits in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Trotzdem sei der Spielraum nun deutlich kleiner geworden.

Gyrocopter aus Hildesheim international gefragt

Dabei hatte es unmittelbar vor der Pandemie und dem globalen Wirtschafts-Desaster eigentlich den Ausblick in eine sonnige Zukunft gegeben. Im Sommer 2019 hatte AutoGyro als einziger Tragschrauber-Hersteller weltweit die amerikanische FAA-Zulassung in der Primary Category (PC) für seine Modelle Cavalon 915iS und MTOsport 2017 915iS bekommen.

Insbesondere in den dadurch eröffneten Absatzmarkt der Gyrocopter im kommerziellen Einsatz hatten die Hildesheimer Tragschrauber-Konstrukteure entsprechend viel Hoffnung gelegt. Angesichts der Restriktionen ist der Markt nun aber eben durcheinander geraten.

Produktion läuft vorerst weiter

Dennoch: Trotz des Antrags auf vorläufige Insolvenz soll der Betrieb vorerst weiter laufen. »Die Produktion ist bereits bis Ende Januar ausgelastet und noch im Dezember werden vier weitere Flieger die Fertigungshallen am Flugplatz Hildesheim verlassen«. Dementsprechend werde auch das Tagesgeschäft der 78 Mitarbeiter am Standort unverändert weitergeführt.

AutoGyro produziert bereits seit 2003 die besonderen Ultraleichtfluggeräte (Tragschrauber oder Gyrocopter genannt) und hat mit Partnern in mehr als 40 Ländern weltweit ein einzigartiges Service-Netzwerk aufgebaut. In der Region Hildesheim ist das Unternehmen ein wichtiger Arbeitgeber in den Bereichen Handwerk und Verwaltung und darüber hinaus international für seine Produkte aus der »kleinen Luftfahrt« bekannt.


Das könnte Sie auch interessieren: