Tuifly will Flugzeug-Flotte verkleinern – Zustimmung vom Aufsichtsrat

Bild: TUI-Flugzeuge in Hannover
Die Corona-Krise wird die Tuifly-Flotte um rund 50 Prozent schrumpfen. Foto: Weber

Donnerstag 18. Juni 2020 – Hannover (we). Gute Neuigkeiten und schlechte Nachrichten liegen manchmal so nah beieinander. Zwar nimmt Tuifly gerade eifrig mehrere Urlaubsziele wieder in den Flugplan auf, gleichzeitig hat jedoch der Aufsichtsrat einer Verkleinerung der Flotte um bis zu 50 Prozent zugestimmt.

Auf der einen Seite also Freude darüber, dass es wieder mit den blau-weißen Flugzeugen in den Urlaub geht, auf der anderen Seite ein Corona-Schock für Mitarbeiter der Urlaubs-Airline. Wo eine Verkleinerung der derzeitigen Flotte aus 39 Flugzeugen auf, so heißt es von TUI, »rund die Hälfte« geplant ist, werden auch Arbeitsplätze verlorengehen. Lange war spekuliert worden, nun hat der Tuifly-Aufsichtsrat mit seiner Zustimmung jedoch die konkreten Weichen gelegt.

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Beschäftigungsgarantie bis Ende 2021

Immerhin: TUI garantiert konzernweit die Weiterbeschäftigung bis Ende 2021 »für alle deutschen TUI-Gesellschaften« – und explizit auch »für den Umbau der TUI fly«. »Es sind zweifellos große Veränderungen und Einschnitte für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für das Unternehmen«, hatte Tuifly-Geschäftsführer Oliver Lackmann nach der Aufsichtsratssitzung gesagt. Und: »Die TUI fly Flotte ist für die Kundenzahl unseres deutschen TUI-Reiseveranstalters zu groß.«

Der deutsche Flugmarkt sei bereits vor der Corona-Krise von »erheblichen Überkapazitäten und einem harten Preiskampf bestimmt« worden, so Lackmann weiter. In seinem ungewöhnlich langen Statement hatte er außerdem erklärt, dass die Flotte bereits lang vor dem Coronavirus »nicht kostendeckend ausgelastet« werden konnte und deshalb Flugzeuge an Air Berlin und Eurowings vermietet worden waren. Die Lage sei nun infolge der Pandemie nochmals schwieriger geworden und die Tuifly müsse deshalb nun »fit für die Zukunft« gemacht werden.

Verhandlungen mit Tuifly-Betriebsrat und Gewerkschaften

Tuifly-Chef Lackmann weiter: »Wir wollen mit den Vertretern der Belegschaft zügig zu einer Einigung kommen. […] Grundlage für die Verhandlungen ist auch die bis Ende 2021 bestehende Beschäftigungssicherung, die für alle Gesellschaften der TUI Group in Deutschland mit dem Konzernbetriebsrat vereinbart ist. Sie schließt betriebsbedingte Kündigungen mit Wirkung vor Ende 2021 aus. Wir sehen diese seit 2019 bestehende Vereinbarung als Chance, den Umbau so sozialverträglich wie möglich gestalten zu können.«

Klar: Ziel sei es, möglichst viele Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Aber, so Lackmann: »Das wird jedoch nur gelingen, wenn wir die Größe der Airline auf ein gesundes und zukunftsfestes Maß anpassen. Wir werden die Interessen der Beschäftigten, des Flughafen-Standortes Hannover und der TUI als Ganzes in den Entscheidungen berücksichtigen.«

Jobs bei Technik, Crews und Verwaltung betroffen

Wie viele Arbeitsplätze nach Ende 2021 akut gefährdet sind, ist unklar. Fest steht: Ein Abbau von Stellen ist bei der Tuifly in der Technik, Verwaltung und bei den Crews vorgesehen, einfach weil weniger Flugzeuge zum Einsatz kommen. Über den Verlauf der Verhandlungen werden wir bei wichtigen Meilensteinen weiter berichten.