Unfallbericht der Bundeswehr: Hubschrauber-Pilotin war offenbar zu waghalsig

Bild: Bundeswehr-Hubschrauber
Die später verunglückte Pilotin war am Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg stationiert. Symbolfoto: Weber

Donnerstag 7. Mai 2020 – Berlin/Hameln (we). Die Ermittlungen zum tödlichen Hubschrauber-Absturz bei Hameln (Aerzen-Dehmke) im vergangenen Jahr sind abgeschlossen. Der Grund für den Absturz: Offenbar ein Fehler der 25 Jahre alten Pilotin*, die bei dem Unfall ums Leben gekommen war. Das berichtet der »Spiegel« und beruft sich dabei auf Informationen aus dem geheimen Bericht, der jüngst dem Bundesverteidigungsministerium und den Mitgliedern des Bundestags vorgestellt wurde.

Demnach war die 25-Jährige in den Tagen vor dem Absturz von einem Team der Bundeswehr-Redaktion begleitet und für den Instagram-Account der Truppe fotografiert worden. Peter Klement, General Flugsicherheit der Bundeswehr und verantwortlich für den Abschlussbericht, vermutet, dass allein die Anwesenheit der Fotografen die relativ erfahrene Pilotin zu immer riskanteren Manövern verleitet hatte.

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Steile Kurve im Tiefflug führte zum Crash

Letztlich war es ein unzulässiges Flugmanöver bei Aerzen-Dehmke, das der jungen Frau das Leben kostete. Mutmaßungen, nach denen nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte, welcher der beiden Insassen den Hubschrauber während des Unfalls gesteuert hatte, stehen die weiteren »Spiegel«-Informationen entgegen. Dem Nachrichten-Artikel nach, der sich auf eine Schilderung des Generals im Unfallbericht stützt, soll es sich dabei um die 25-Jährige gehandelt haben. Sie sei es gewesen, die im »extremen Tiefflug vorschriftswidrig eine steile Linkskurve geflogen« ist, heißt es weiter. Der Hubschrauber vom Typ Eurocopter EC135 habe sich daraufhin »überschlagen« und sei zu Boden gestürzt. Während sich der 26 Jahre alte Copilot aus der deformierten Kabine befreien konnte, wurde die Pilotin eingeklemmt, starb im brennenden Hubschrauberwrack.

Untersuchungsbericht unter Verschluss

Die Bundeswehr selbst hält sich bedeckt, das der Untersuchungsbericht unterliegt als Verschlusssache der Geheimhaltung. In einer offiziellen Information wird lediglich auf den Abschluss der Untersuchungen hingewiesen, ohne Ergebnisse oder Erkenntnisse zu nennen. Die konkreten Informationen über die Gründe des Absturzes sind offenbar nach der Unterrichtung der Mitglieder des Bundestags durch eben diese an die Öffentlichkeit durchgesickert.


*) Hinweis: In der aktuellen Medienberichterstattung gibt es (wie seinerzeit bereits) unterschiedliche Angaben über das Alter der verunglückten Pilotin. air2air.de liegt sowohl der vollständige Name als auch das Geburtsdatum aus sehr sicherer Quelle vor. Zum Zeitpunkt des Unglücks war die Frau 25 Jahre alt – nicht 26.