Uhrenladen und Glascockpit – Piloten-Vokabular

Bild: Pilot beim Preflight-Check
Ein Copilot beim Preflight-Check. Was für Laien lustig aussieht, ist ernstes Business. Foto: Weber

Wie in vielen anderen (Hobby-)Bereichen gibt es auch in der General Aviation das ein oder andere Fachchinesisch. Wenn sich Privatpiloten untereinander unterhalten, verstehen Sie als Laie oder gelegentlicher Mitflieger sicher oft nur Bahnhof. Sehr wahrscheinlich haben Sie schon einmal so einen Begriff gehört, den Sie zwar irgendwie witzig fanden, aber dessen Hintergrund Sie nicht kennen.

Wissen Sie zum Beispiel was es bedeutet, wenn ein Privatpilot von »Fußgängern« spricht? Oder dass er lieber in einem »Glascockpit« unterwegs sein möchte, als während des Flugs auf einen »Uhrenladen« zu schauen? Informieren Sie sich jetzt hier über verschiedene gängige Fachbegriffe aus der General Aviation!

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Piloten-Vokabular

  1. Fußgänger
  2. Uhrenladen
  3. Glascockpit

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Fußgänger

Privatpiloten sprechen desöfteren untereinander von »Fußgängern«. Das ist eine leicht negative Konnotation für einen Menschen, der mit der Luftfahrt so gar nicht vertraut ist. Wenn Sie das erste Mal in einem Kleinflugzeug mitfliegen, sind Sie mit Sicherheit ein Fußgänger – bis zu welchem Punkt das reicht, ist Interpretationssache.

Vielleicht zählen Sie als regelmäßiger Mitflieger nicht mehr als Fußgänger, möglicherweise müssen Sie aber auch erst wenigstens einen Pinch-Hitter-Kurs absolviert haben, um aus dem Fußgänger-Status herauszukommen. In jedem Fall sind Sie kein Fußgänger mehr, wenn Sie irgendeine Pilotenlizenz erwerben konnten.

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Uhrenladen

Mit dem »Uhrenladen« meinen Piloten die Ausstattung ihres Cockpits im Kleinflugzeug. In den meisten älteren Modellen – zum Beispiel Cessna 172, Piper PA-28 – besteht das Instrumenten-Panel aus runden mechanischen Anzeigen. In ihrer Anordnung und mit dem Glas vor einem oder mehreren Zeigern erinnern diese Cockpits schlichtweg an einen Uhrenladen.

Bild: Uhrenladen Piper-PA28
Uhrenladen in einer Piper-PA28 161 Cadet (D-EJTL). Foto: Weber

Minimale Basis für einen solchen Uhrenladen ist das »Basic T« mit folgenden vier Fluginstrumenten:

  • Künstlicher Horizont als Fluglageanzeiger
  • Fahrtmesser (Airspeed Indicator) als Tacho
  • Höhenmesser (Altitude Indicator)
  • Kurskreisel als Kompass

Darüberhinaus gibt es einige weitere Instrumente, die in den meisten kleineren Flugzeugen standardmäßig vorhanden sind. Dazu gehören mindestens der Wendezeiger (Turn Coordinator) und eine Anzeige für die Steig- oder Sinkrate (Climb Indicator).

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Glascockpit

Die technische Weiterentwicklung des »Uhrenladens« ist das sogenannte »Glascockpit«. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine vollverglaste Kabine, sondern vielmehr um einige wenige (meistens zwei, manchmal drei) Kombi-Instrumente, auf denen alle Fluginformationen angezeigt werden, die auch der Uhrenladen anzeigen würde.

Bild: Glascockpit Cessna 172
Glascockpit in einer Cessna 172S (D-EXAV). Foto: Weber

Das Glascockpit hat allerdings einen deutlich professionelleren und moderneren Charakter als der Uhrenladen und ist Standard in Privatjets und Linienflugzeugen, mit denen Sie in den Urlaub fliegen. Es ermöglicht dem Piloten eines Kleinflugzeugs ein bequemeres Fliegen und unterstützt mehr Informations-Inputs, zum Beispiel die Anzeige von Traffic. In einem Glascockpit sehen Privatpiloten also auf einer Moving Map auch den aktuellen Flugverkehr, der sie gerade umgibt.

Gibt es weitere Fachbegriffe, die Sie hier gern sehen würden? Kontaktieren Sie den Autor unter info@air2air.de!


Autorenfoto: Frank Weber

Autor: Frank Weber
Von der Handwerkskammer Hannover geprüfter Berufsfotograf, ausgebildeter Nachrichten-Redakteur und seit 2018 beruflich im Bereich Online Content Marketing tätig. Allgemeine Luftfahrt und Flugsimulatoren sind sein Hobby.

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