Im Ultraleichtflugzeug mitfliegen – Kosten & Tipps

Bild: Ultraleichtflugzeug WT-9
Ein klassisches Ultraleichtflugzeug in Tiefdecker-Bauweise: WT-9 Dynamic. Foto: Weber

Möchten Sie mal privat im Flugzeug mitfliegen? Sparen Sie Flugkosten und entscheiden Sie sich für eine der günstigsten Arten des Motorflugs: Das Ultraleichtflugzeug.

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Allgemeines zu Ultraleichtflugzeugen

Der Begriff »Ultraleichtflugzeug«, abgekürzt UL oder UL-Flugzeug, bezeichnet in Deutschland eine breite Palette von Leichtbau-Luftfahrzeugen. Ultraleichtflugzeuge sind in Deutschland in die Kennzeichen-Klasse »Delta Mike« (D-M…) eingeteilt. Charakteristischste Eigenschaft ist neben der Beschränkung auf zwei Sitzplätze das geringe Gewicht mit einer maximalen Abflugmasse (MTOM) von 472,5 Kilogramm.

Zulassungszahlen

Weil auch Tragschrauber und andere – für den Luftfahrt-Laien möglicherweise leicht kurios anmutende – Fluggeräte zur »Mike«-Klasse gehören, lässt sich der exakte Bestand der Ultraleichtflugzeuge nur grob überblicken. Fakt ist: In Deutschland sind aktuell 4.779 Luftfahrzeuge der Klasse M zugelassen (Stand: 31.12.2018) – also inklusive aller Tragschrauber, Motordrachen undsoweiter. An der Gesamtzahl haben Ultraleicht-Tragschrauber einen Anteil von 608 Exemplaren oder 12,7 Prozent.

Bedeutende UL-Flugzeuge

Es gibt zahlreiche artreine Ultraleichtflugzeuge – seien es Eigenbauten oder industriell in Serie hergestellte Maschinen. Die am weitesten verbreiteten Ultraleichtflugzeug-Modelle hierzulande sind:

  • Flight Design CT
  • Comco Ikarus C42
  • Tecnam P92
  • Aerospool WT-9 Dynamic

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Was kostet ein Mitflug im Ultraleichtflugzeug?

Die gute Nachricht: Ein Flug auf dem Copiloten-Sitz eines Ultraleichtflugzeugs ist sehr günstig, wenn man die Kosten im gesamten Bereich Motorflug vergleicht. Günstiger wäre höchstens noch ein Mitflug im Motorsegler. Wesentliche Vorteile eines Ultraleichtflugzeugs, die sich positiv auf die Betriebskosten auswirken:

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  • geringes Gewicht, dadurch geringere Motorleistung nötig
  • Motor (meist Rotax) läuft mit gewöhnlichem Superbenzin
  • geringer Kraftstoffverbrauch durch geringes Gewicht und sehr gute Aerodynamik
Bild: Kleinflugzeuge vorm Flugplatz-Café in Höxter
Vorne rechts ein UL-Flugzeug (Ekolot JK 05), dahinter zum Vergleich eine Cessna 172. Foto: Weber

Die Kombination aus geringerem Gewicht und dadurch geringerem Treibstoffverbrauch macht die Ultraleichtfliegerei günstiger als die im Kleinflugzeug. Eine zweisitzige »Echo«-Maschine chartert ein Pilot für etwa 150 bis 165 Euro pro Stunde. Beteiligt sich der Pilot, halbieren sich die Kosten. Beim Ultraleichtflugzeug liegen die Charterkosten bei etwa 120 Euro pro Stunde. Ein Mitflug mit zahlendem Piloten kostet Sie also gerade einmal 60 Euro pro Stunde.

Charterkosten für Privatpiloten Kosten pro Mitflieger
120 € 60 €

Wie komme ich an einen Platz im Ultraleichtflugzeug?

Der Zugang zu einem Sitzplatz im Ultraleichtflugzeug ist ähnlich wie bei allen anderen Flugzeugtypen. Sie können entweder über eine Mitflugbörse im Internet nach Flugangeboten suchen oder beim Luftsportverein in der Nähe einmal »Hallo« sagen und mit Privatpiloten ins Gespräch kommen. Fragen Sie dort am besten nach der Möglichkeit eines sogenannten Gastfluges (gegen Kostenbeteiligung).

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Vorteile und Nachteile

Auch bei klassischen Ultraleichtflugzeugen gibt es ein Für und Wider. Insgesamt überwiegen aber die positiven Eigenschaften. In der folgenden Tabelle gibt es eine kompakte Übersicht über die Vorteile und Nachteile von Ultraleichtflugzeugen:

Vorteile Nachteile
geringe Anschaffungskosten maximal zwei Sitze
geringe Betriebskosten empfindliche Gewichts-Beschränkung
Sportpilotenlizenz (SPL) ausreichend wenig Stauraum
Gesamtrettungssystem ist Pflicht

Insgesamt ist die UL-Fliegerei sehr günstig, sowohl für Mitflieger als auch Piloten. Während für die »normale« Pilotenlizenz schon mal 10.000 Euro fällig werden, kann man den Schein für ein Ultraleichtflugzeug schon für gut 4.000 Euro bekommen. Zudem sind die Investitionskosten viel geringer und auch die Betriebskosten liegen unter denen einer Cessna. Da der Pilot die Höhe seiner Kosten immer an die Mitflieger weitergibt (weitergeben muss), können Sie beim Mitflug im Ultraleichtflugzeug Kosten sparen.

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Sicherheit im Vergleich

Immer wieder wird die Sicherheit von Ultraleichtflugzeugen in Frage gestellt. Es gibt eine Vielzahl »Echo«-Piloten (also Kleinflugzeug-Piloten), die sagen »Niemand bekommt mich jemals in ein Ultraleichtflugzeug – die brechen ja in der Luft auseinander!«. Gleichzeitig fühlen sich viele Ultraleichtflugzeug-Piloten an Flugplätzen benachteiligt und als schlechtere Piloten betrachtet. Tatsächlich ist es so, dass durch das sehr niedrig angesetzte Maximalgewicht immer wieder UL-Piloten ihre Maschinen überladen und damit im schlimmsten Fall überlasten. Wiegen Pilot und Fluggast zusammen mehr als 160 Kilogramm und nehmen dann noch jeweils 10 Kilogramm Gepäck mit ins vollgetankte Ultraleichtflugzeug, kann es schon kritisch werden. Experten schätzen, dass zahlreiche Ultraleichtflugzeuge – unter Billigung der jeweiligen Piloten – mit mehr als 472,5 Kilogramm vom Startflugplatz abheben.

Obwohl leider genau das immer wieder zu Flugunfällen wie Abstürzen führt, ist die Fliegerei mit Ultraleichtflugzeugen sehr sicher! Im Jahr 2017 sind sieben Abstürze von Ultraleichtflugzeugen in Deutschland registriert worden, davon vier mit tödlichem Ausgang (Quelle: BFU). Gemessen an der Gesamtzahl der zugelassenen UL-Flugzeuge ist das eine verschwindend geringe Quote. Insgesamt ist die Luftfahrt in Deutschland eine sehr sichere Sache! Der größte Angriffspunkt und damit der größte Risikofaktor für Unfälle bei Ultraleichtflugzeugen ist und bleibt das Gesamtgewicht.

Bild: Cockpit WT9 Dynamic
Das Cockpit eines UL-Flugzeugs steht dem eines Kleinflugzeugs bei der Instrumentierung in nichts nach. Foto: Weber

Konstruktion und Gewicht

Zieht man von den maximal zulässigen 472,5 Kilogramm das Gewicht von Piloten und Mitflieger (jeweils 80 Kilogramm) ab, darf das Ultraleichtflugzeug inklusive Kraftstoff nur maximal 312 Kilogramm schwer sein. Sie können sich vielleicht in etwa vorstellen, dass dafür eine ausgeklügelte Konstruktion nötig ist, in der ein massiver Motor, jede Menge Elektronik (Avionik) und ein Benzintank untergebracht werden muss. Zieht man also abermals Motorgewicht, einen vollen Tank (50 Liter) und weitere 10 Kilogramm für Propeller, Aviatik und Kabel ab, verbleiben für die Flugzeughülle inklusive Dreiachs-Fahrwerk nur noch etwa 190 Kilogramm.

Die Hersteller nutzen deshalb vor allem leichte Aluminium-Röhren als Verstrebung und eine Hülle aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Wer das Interieur von Cessna 172 oder 150 kennt, wird im Ultraleichtflugzeug schnell den Unterschied feststellen. Es ist ganz offensichtlich zugunsten des Gewichts auf bestimmte Verkleidungsteile innerhalb des Passagierraums verzichtet worden. Falls doch Cockpit-Verkleidungen verbaut worden sind, machen die keinen besonders massiven, sondern einen eher etwas weniger wertigen Eindruck.

Gesamtrettungssystem

Gut zu wissen: In Deutschland müssen alle klassischen Ultraleichtflugzeuge mit einem sogenannten Gesamtrettungssystem ausgestattet sein. Im Notfall zieht der Pilot oder sein Mitflieger an einem roten Hebel im Cockpit und löst so ein Rettungssystem aus. In dem Fall schießt eine kleine Rakete einen Fallschirm in die Höhe, an dem das gesamt Flugzeug vergleichsweise sanft zu Boden gleitet. In Tests und auch in Ernstfällen hat sich das System bereits bewährt und Menschenleben gerettet.

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Besonderheiten beim Ultraleichtflug

Einige Besonderheiten sind oben bereits erwähnt worden. Und auch hier kommt wieder das Gewicht ins Spiel. Elementar wichtig für Sie als Mitflieger im Ultraleichtflugzeug ist:

  • Achten Sie auf Ihr Gewicht! Wenn ein Mitflug im Ultraleichtflugzeug geplant ist, stellen Sie sich zunächst auf die Waage, bevor Sie alles weitere in Angriff nehmen!
  • Seien Sie ehrlich! Zu Ihrer eigenen Sicherheit teilen Sie dem Piloten Ihr tatsächliches Gewicht mit und schummeln Sie dabei nicht!

Wiegen Sie deutlich mehr als 80 Kilogramm, stellen Sie sich schon einmal mental darauf ein, dass Sie nicht mitfliegen können. Es wird Sie vermutlich kein Pilot darum bitten, im Hangar auf die Waage zu steigen, aber durch ehrliche Angaben schützen Sie den Piloten und sich selbst. Ein kleiner Trost für den Fall der Fälle: Wenn Ihr Gastflug im Ultraleichtflugzeug aus Gewichtsgründen platzt, können Sie alternativ auch in einem Kleinflugzeug mitfliegen. Dort gibt es natürlich auch ein Maximalgewicht, es ist aber deutlich höher angesetzt und lässt etwas mehr Toleranz zu.

Ihr Weg zum günstigen Mitflug im Ultraleichtflugzeug

Schritt 1: Suchen Sie in einer Mitflugzentrale nach passenden Flügen oder fragen Sie beim Luftsportverein vor Ort nach einem Gastflug zum Selbstkostenpreis!

Schritt 2: Entscheiden Sie sich für einen Termin und buchen Sie einen Flug direkt beim Piloten!


Autorenfoto: Frank Weber

Autor: Frank Weber
Von der Handwerkskammer Hannover geprüfter Berufsfotograf, ausgebildeter Nachrichten-Redakteur und seit 2018 beruflich im Bereich Online Content Marketing tätig. Allgemeine Luftfahrt und Flugsimulatoren sind sein Hobby.

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