Flugzeuge fotografieren – Tipps und Kameras fürs Planespotting

Bild: Planespotter mit Eurofighter
Planespotter fotografieren Flugzeuge mit professioneller Kameratechnik. Symbolfoto (Montage): Weber

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Menschen mit Kameras am Flughafenzaun stehen? Oder wollen Sie selbst mal Hubschrauber und Flugzeuge fotografieren? Sind Sie auf der Suche nach einer Einsteiger-Kamera für Planespotter? Wir erklären nachfolgend detailliert aber übersichtlich, wie Sie Freude am Hobby Planespotting haben werden und was es dafür als Basis braucht.

Informieren Sie sich über den Reiz der Flugzeugfotografie, die beste Kamera fürs Planespotting und vieles mehr. Es gibt auch einige Hotspots für Planespotter, an denen mit besonderen Flugzeugen zu rechnen ist und die man unbedingt einmal gesehen haben sollte.

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Was ist Planespotting?

Zunächst ist es hilfreich, die Definition des Begriffs »Planespotting« zu kennen. Ganz vereinfacht gesagt sind Planespotter Menschen, die Flugzeuge oder andere Luftfahrzeuge (wie Hubschrauber) fotografieren. Zumeist geschieht das in der Freizeit (weil sie Spaß daran haben, also just for fun) – es gibt aber auch Fotografen, deren Beruf es (mitunter) ist, Flugzeuge zu fotografieren. Geld verdienen sie so beispielsweise als Angestellte in den Marketing-Abteilungen von Luftfahrtunternehmen oder Flugzeugherstellern.

Hobby-Planespotter hingegen verbringen ihre Freizeit damit, sich am Flughafen aufzuhalten und mit der Kamera im Anschlag auf besondere Flugzeuge zu warten. Das können Maschinen sein, die sonst eher selten am Heimatflughafen landen oder welche, die in einer besonderen Lackierung (in der Szene Livery genannt) daherkommen. Planespotter sind meist gut untereinander organisiert und haben ein dichtes Informationsnetzwerk aus beispielsweise Whatsapp-Gruppen und Internet-Foren, in denen dann auch die entstandenen Flugzeugfotos gezeigt und vereinzelt bewertet werden. Auch wenn sie nicht beruflich in der Luftfahrt tätig sind, haben Planespotter eine überdurchschnittlich hohe Expertise und können beispielsweise auf den ersten Blick anfliegende Flugzeuge zwischen Airbus und Boeing unterscheiden.

Planespotting und Sammeltrieb

Warum man seine Freizeit für das Planespotting »opfert«, mag Vielen fraglich erscheinen. Letztlich ist es jedoch ein Hobby wie jedes andere. Wieviele Menschen sich diesem Hobby verschrieben haben, ist nicht ganz klar. Fakt ist jedoch: Obwohl Planespotting ganz sicher nicht so ein angesagtes Trendsport-Hobby wie zum Beispiel Fallschirmspringen (Tandemsprung) werden wird, gibt es etliche Menschen, die in ihrer Freizeit gern Flugzeuge fotografieren. Die Anzahl der Planespotter in Deutschland liegt bei einigen tausend, der Großteil davon ist männlich.

Unter ihnen gibt es einen relativ großen Teil von Planespottern, die (vermutlich aufgrund eines seit Urzeiten in unseren Genen verankerten Sammeltriebs) akribisch Excel-Listen führen über die Flugzeuge, die sie schon einmal fotografiert haben. Insbesondere weil es ein sehr einfach zu begreifendes Schema gibt, in das die Motiv-Flugzeuge einsortiert werden können, macht das für diese Gruppe den Reiz aus. Alles lässt sich bequem einordnen und archivieren.

Es gibt beispielsweise nur eine einzige ganz bestimmte Syntax, die für alle in Deutschland zugelassenen Flugzeuge gilt – egal ob Mega-Airliner oder Heißluftballon: Alle haben die Gemeinsamkeit, dass »D-XXXX« draufsteht. Es ist immer der Buchstabe D gefolgt von einem Bindestrich und vier weiteren Buchstaben oder Ziffern. Etwas anderes gibt es nicht. Beste Voraussetzungen also, das in einer schier endlosen Liste einheitlich zusammenzufügen und bei Bedarf sortieren zu können. Bei Planespottern sieht das dann im Ergebnis ungefähr so aus:

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Reg.DatumOrtTypInfo
D-AVRJ2008-08-09HannoverAvro RJ85Lufthansa Regional
D-AGWR2015-10-03HannoverAirbus A319vom GAT-Vorfeld fotografiert
D-AHFZ2015-11-05DüsseldorfBoeing 737CEWE-Fotobuch-Livery
D-CSUE2018-02-15BraunschweigDornier Do328 Prop--
D-CDLH2018-05-18HannoverJunkers Ju-52D-AQUI

Fun Fact: Im Bereich des nahe verwandten Trainspottings werden solche Fotografen »Nummernsammler« genannt, weil bei ihnen die Liste mit einer Aneinanderreihung von Ziffern beginnt. Statt der D-XXXX-Syntax tragen Eisenbahnfotografen Nummern nach dem Schema 000 000-0 in ihre Liste ein (Triebfahrzeuge) oder auch mal 00 80 000 0 000-0 (UIC-Nummer).

Zurück zur Flugzeugfotografie: Insgesamt lässt sich festhalten, dass es nicht nur um das Sammeln geht, sondern auch um das Erlebnis als solches. Der Kontakt zu Gleichgesinnten, die Freude über eine besondere Maschine, vielleicht auch. Vielleicht genießt manch einer auch die Ruhe zwischen zwei Anflügen und geht in sich, bevor er sich beim nächsten anfliegenden Flugzeug ganz plötzlich wieder voll auf das Foto und seine Kamera konzentriert.

Helispotting

Der Begriff Planespotting wird oft als Oberbegriff für alle Arten von Luftfahrzeug-Fotografie verstanden – auch wenn das fachlich nicht ganz korrekt ist. Die nächstgrößere Kategorie (gemessen an der Anzahl der Hobby-Kollegen) wäre in diesem Fall das Helispotting – eben als eine Unterart des Planespottings. Wie die Bezeichnung erahnen lässt, geht es Helispottern im wesentlichen darum, Hubschrauber zu fotografieren. Dazu sind sie nicht nur an Flughäfen unterwegs, sondern auch regelmäßig an Standorten der Luftrettung, Bundeswehr, Bundespolizei oder Landespolizei. Grundsätzlich ist die Möglichkeit exklusivere Fotos zu bekommen bei Helispottern naturgemäß weitaus größer als bei klassischen Planespottern. Der Grund: Hubschrauber können nahezu überall starten und landen.

Bild: ADAC H145 D-HYAL
ADAC-Intenstivtransporthubschrauber an der MHH Hannover. Foto: Weber

Während man Flugzeuge nur an Flughäfen oder Flugplätzen antrifft, weil sie eine Start- und Landebahn benötigen, kann beispielsweise ein Rettungshubschrauber auch mal zufällig am Straßenrand stehen. Und: Hubschrauber-Linienflüge gibt es in der Regel auch nicht. Helispotter sind entsprechend etwas agiler und weniger festgelegt auf eine Situation, in der sie ihr Motiv fotografieren können. Gleichwohl ist die Häufigkeit von Flugbewegungen mit Hubschraubern viel geringer als die von Verkehrsflugzeugen. Es dauert also länger beziehungsweise ist unwahrscheinlicher, einen Hubschrauber vor die Kamera zu bekommen als ein Linienflugzeug.

Planespotter-Elite

Unter allen Planespottern (Helispotter inbegriffen) gibt es verschiedene Typen von Menschen. Nämlich solche, die sich mit dem Fotografieren am Flughafenzaun zufriedengeben und welche, die nach mehr streben. Die sogenannte Elite der Planespotter bilden hoch-enthusiastische Fotografen, die nicht nur vom Boden aus fotografieren, sondern selbst in die Luft gehen und beispielsweise in einem Kleinflugzeug mitfliegen, um sich in Position zu bringen. Sie fotografieren Flugzeuge aus der Luft heraus, was ungleich mehr technisch und koordinatorisches Können erfordert. Dabei gibt es die Varianten air-to-ground und die Königsdisziplin air-to-air. Mehr Informationen zu den Varianten der Flugzeugfotografie lesen Sie im folgenden Abschnitt.

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Fachbegriffe in der Aviation-Photography

Wie in jedem anderen Hobby gibt es auch unter Flugzeugfotografen Fachbegriffe, die in erster Linie der vereinfachten Kommunikation dienen – das gilt für Planespotter wie für Helispotter gleichermaßen. Angefangen bei der Art der Aufnahmen gibt es beispielsweise folgende drei Bildkategorien, in die jedes einzelne Foto eines jeden Planespotters auf der Welt eingeordnet werden kann:

Aufnahme-ArtDefinitionExklusivität
ground-to-groundEine der beiden häufigsten aller Planespotting-Arten. Der Fotograf steht am Boden (ground) und fotografiert am Flughafen abgestellte Flugzeuge am Boden (to ground). Eine der beiden häufigsten aller Planespotting-Arten. Die Exklusivität ergibt sich aus dem Flugzeug selbst (dass es am Platz ist) und seiner Bemalung.10 %
ground-to-airEine der beiden häufigsten aller Planespotting-Arten. Der Fotograf steht am Boden (ground) und fotografiert ein startendes oder landendes Flugzeug (to air). Die Exklusivität ergibt sich aus dem Flugzeug selbst, seiner Bemalung und der Tatsache, dass es in der Luft - also airborne - ist.20 %
air-to-groundEine von zwei seltenen Formen des Planespottings. Der Fotograf sitzt selbst in einem Flugzeug (air) und fotografiert aus ihm heraus ein Flugzeug am Boden (to ground), beispielsweise beim Überflug eines Flughafens. Die Exklusivität ist entsprechend sehr hoch.80 %
air-to-airEine sehr seltene und spezielle Form des Planespottings. Der Fotograf sitzt selbst in einem Flugzeug (air) und fotografiert aus ihm heraus ein Flugzeug in der Luft (to air). Die Exklusivität solcher Air-to-Air-Aufnahmen liegt meist bei annähernd 100 Prozent.99 %

Auch wenn diese englischen Bezeichnungen von Laien eher im Bereich der Lenkwaffen (ground-to-air missile) verortet werden könnten, sind sie doch hilfreich, wenn man weiß, was damit gemeint ist. Die Tabelle zeigt außerdem den jeweiligen Exklusivitäts-Faktor (es gibt Leute, die möchten nicht nahezu dieselben Aufnahmen wie ein Dutzend andere Fotografen auf ihrer Speicherkarte haben) und kann als Grundlage dienen, sich entsprechend seiner Fähigkeiten an ihr entlang zu hangeln, um schrittweise ein immer besserer Planespotter zu werden.

Bild: Fotograf vor Airbus A400M
Klassisches ground-to-ground-Foto, für das es wenig technische Expertise braucht. Foto: Weber

Schritt für Schritt Planespotter werden

Wer beispielsweise vom Wissensstand, der Kameratechnik, der Motorik und seiner Routine noch nicht in der Lage ist, gute ground-to-ground-Fotos zu machen, sollte vielleicht eher nicht den direkten Quereinstieg in die Air-to-Air-Fotografie wagen. Wer ins Planespotting-Hobby einsteigen will, tut gut daran, zunächst einmal mit seiner (bestenfalls schon vorhandenen) Kamera zum Flughafen in der Nähe fahren und dort ein wenig in die ganze Sachen hineinschnuppern. Sicher ergeben sich an größeren, internationalen Flughäfen auch die ein oder anderen spannenden Gespräche »am Zaun«. Versuchen Sie sich einfach mal mit Hobby-Kollegen zu »connecten«.

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Kameras und Objektive fürs Planespotting

Neben dem Wissen um verschiedene Aufnahmearten spielt selbstverständlich auch die Kameratechnik eine wesentliche Rolle. Das Thema könnte schier endlos diskutiert werden, deshalb seien Sie sich bewusst, dass dieser Artikel nur ein kleiner Abriss ist und Sie unbedingt auch eine weitere Quelle für die Kaufentscheidung Ihres Planespotter-Equipments zu Rate ziehen sollten. In diesem Abschnitt lesen Sie das Wichtigste zum Thema in Kürze. Beginnend bei der Frage »Wie sieht das beste Flugzeugfoto überhaupt aus?«, über das Thema Kameratechnik und den Weg dorthin mit ganz allgemeinen Fototipps für Flugzeugfotografen, die jeder beherrschen und beherzigen sollte.

Das perfekte Flugzeugfoto

Es gibt viele Meinungen darüber, wie ein perfektes Flugzeugfoto aussehen sollte. Die meisten Planespotter sind der Meinung, es bräuchte zwingend Sonnenschein, der das Flugzeug in einem bestimmten Winkel aus Richtung des Fotografen beleuchtet. Sie wollen ein möglichst steriles Foto des Flugzeugs – am besten nur vor blauem Himmel. Büsche, Lichtmasten oder Menschen (Flughafenpersonal) werden rigoros in der digitalen Bildbearbeitung weggestempelt. Die Exklusivität der Aufnahme ist damit annähernd null. Es könnte überall entstanden sein, weil es bei dieser Art von Flugzeugfotos keinen Hinweis auf den Aufnahmeort gibt.

Bild: Airberlin-Flugzeug
Klassische Planespotter-Ansicht: Flugzeug im rechten Licht vor blauem Himmel (ohne jeglichen örtlichen Bezug). Foto: Weber

Wieder andere Planespotter dulden zumindest Flughafen-Infrastruktur im Bild und wenige bauen sie sogar explizit mit ins Motiv ein. Ihnen ist es dann oft auch egal, ob die Sonne aus einem bestimmten Winkel das Flugzeug beleuchtet oder mal eine Taxiway-Markierung im Bild zu sehen ist. Hier für einen bestimmten Geschmack Partei zu ergreifen und Ihnen als Leser praktisch aufdrängen zu wollen, wäre anmaßend. Entscheiden Sie selbst was Ihnen gefällt und wie für Sie das individuell beste Flugzeugfoto aussieht!

Planespotting immer im Vollformat?

Die Frage, ob man als Planespotter zwingend mit einem irrsinnig teuren Kamera-Equipment unterwegs sein muss, ist grundsätzlich ebenfalls eine sehr subjektive Angelegenheit und deshalb schwer pauschal zu beantworten. Es gibt überspitzt gesagt zehn Personen und elf verschiedene Meinungen zu dem Thema. Dieser Abschnitt gibt die Sichtweise des Autors wieder, der sowohl ausgebildeter Berufsfotograf ist als auch ambitionierter Air-to-Air-Fotograf.

Die Ansicht des Autors: Im Prinzip gibt es für den Hobbyfotografen im Bereich des Planespottings und der Luftbildfotografie vergleichsweise wenig gute Gründe, warum man mit einer Kamera mit Vollformat-Sensor – meist eine Investition von rund 1.000 Euro – fotografieren sollte. Der physikalisch bedingte (und sich durch die Kombination mit möglichst lichtstarken Objektiven noch verstärkende) Effekt des Schärfe/Unschärfe-Spiels (Schärfentiefe und auch Bokeh) ist zwar elementar für die Portraitfotografie, in Sachen Planespotting allerdings unfassbar überbewertet! Das gilt für teure Vollformat-Bodies wie für teure lichtstarke Objektive gleichermaßen. Um es kurz zu machen:

Merke: Für höchste Profi-Ansprüche kann man auf eine Vollformatkamera und lichtstarke Objektive (2.8) zurückgreifen. Eine Kamera APS-C-Sensor in Kombination mit weniger lichtstarken Objektiven (4.5-5.6) liefert im Bereich des Planespottings allerdings nahezu dieselben optischen Ergebnisse – bei den halben Anschaffungskosten. 8 von 10 Betrachtern werden den Unterschied in den entstandenen Fotos nicht erkennen.

Sensorformattypische MegapixelBezeichnung heute (digital)Entsprechung damals (analog)
23 x 15 mm*16-24APS-C-SensorAPS-Film
36 x 24 mm24-48Vollformat-SensorKleinbild-Film
60 x 90 mm>100Mittelformat-Sensor (meist Digiback)120er-Rollfilm
*) Annäherungswert; exakte Sensor-Abmessungen variieren von Hersteller zu Hersteller um plusminus 1 mm bzw. im Nachkommastellen-Bereich

Verfechtern der Pauschal-Aussage, eine Vollformatkamera sei fürs Planespotting viel besser geeignet als eine mit APS-C-Sensor, darf durchaus mal die Frage gestellt werden, warum sie dann nicht gleich im Mittelformat mit Digiback (Hasselblad, Phase One, Mamiya, Sinar) oder sogar Großformat fotografieren. Das würde dieser Logik entsprechend schließlich noch bessere Ergebnisse liefern können… Fotografieren Sie tatsächlich Flugzeuge im Mittel- oder Großformat und möchten sachlich gegen APS-C und Vollformat argumentieren? Melden Sie sich gern per E-Mail an info@air2air.de

Objektive fürs Planespotting

Letztlich viel wichtiger als ein Kamera-Body ist ein geeignetes Objektiv. Die beste (Vollformat-)Kamera nützt nichts ohne die entsprechende Optik. Die Kamera kann immer nur das abbilden, was sie durch das Objektiv auf den Sensor geliefert bekommt. Planespotter benötigen meist große Brennweiten, weil sie den Motiven (den Flugzeugen) nicht so nah kommen können. Sie müssen praktisch die Entfernung zwischen Flughafenzaun und Flugzeug überbrücken und das können manchmal mehrere hundert Meter sein.

In der Regel genügen 200 bis 300 Millimeter Brennweite, um ein an- oder abfliegendes Passagierflugzeug (wie einen Airbus A320 oder eine Boeing 737) formatfüllend zu fotografieren. Alle Kamerahersteller bieten entsprechende Objektive an. Meist handelt es sich dabei um 70-200-mm-Objektive mit hoher Lichtstärke. Wer – warum auch immer – mehr Brennweite braucht, aber gleichzeitig auf sein Budget achten will oder muss, für den bietet Sigma ein unvergleichliches Superzoom-Teleobjektiv an. Speziell bei Planespottern (und auch bei Amateur-Tierfotografen) ist das mit knapp 1.000 Euro vergleichsweise günstige »Sigma 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM Contemporary« extrem beliebt. Man kann direkt von einem Hype sprechen.

Mehr Brennweite für wenig Geld: Sigma 150-600 fürs Planespotting

Bild: Sigma 150-600
Beliebtes Objektiv bei Planespottern: Das günstige Sigma 150-600 5.6-6.3 DG OS HSM. Fotos: Weber

Es wird in absehbarer Zeit (Stand: März 2020) ein ausführliches Review zu diesem beinahe schon obligatorischen Planespotter-Objektiv geben. Bis dahin an dieser Stelle in Kürze: Wer das Kleingeld übrig hat und davon überzeugt ist, dringend mehr Brennweite zu benötigen, sollte jetzt zuschlagen. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt derzeit 1.399 Euro, es gibt aber Anfang 2020 verschiedene Angebote, im Rahmen derer das Objektiv bereits für etwas mehr als 800 Euro zu bekommen ist – und zwar nicht bei dubiosen Internethändlern, sondern bei bekannten Elektronikmärkten oder Fotofachhändlern vor Ort.

Wie bei allen anderen Objektiven gibt es auch beim Sigma 150-600 Vorteile und Nachteile, aber insgesamt lässt sich sagen: Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Sigma fertigt die Optiken in Japan (Made in Japan) und bietet das Produkt mit Canon- und Nikon-Mount an. Für den Betrieb an Sony-Kameras gibt es einen entsprechenden Adapter. Wer den genannten Brennweitenbereich ordentlich abdecken und dabei Geld sparen möchte, wird um dieses Objektiv nicht herumkommen. Es bedarf allerdings (speziell bei Offenblende 5 bzw. 6.3) auch eines aktuellen Kamera-Bodies, der die Bilder möglichst rauschfrei aufnimmt. Mehr dazu in Kürze im angekündigten Review.

Wer dennoch unbedingt auf professionelles Equipment vom Kamerahersteller (nicht vom Drittanbieter) setzen möchte und das nötige Kleingeld zur Hand hat, kann sich an dieser Stelle auch unabhängig informieren. Allerdings sind dabei jeweils nur hochwertigere Objektive bis maximal 400 mm berücksichtigt worden. Die jeweils empfohlene Kameratechnik fürs Profi-Planespotting im Vollformat-Sektor mit entsprechenden Objektiven ist nachfolgend beispielhaft an den beiden bedeutendsten Consumer-Kamera-Herstellern verdeutlicht worden (Canon und Nikon). Grundsätzlich lässt sich sagen, dass gemessen an der Leistung Nikon-Equipment vergleichsweise etwas teurer ist als Canon-Equipment.

Glaubenskrieg: Canon vs. Nikon

Wie bereits weiter oben erwähnt ist auch hier die Frage nach dem ultimativ besten Kamera-Hersteller fürs Planespotting eine sehr subjektive Geschmacksfrage. Es gibt (wie übrigens auch in allen anderen Bereichen der Fotografie) eine Art Glaubenskrieg zwischen Verfechtern von Canon und Nikon. Der Autor dieses Artikels legt sich prinzipiell auf keinen Hersteller fest. Es wäre auch ziemlich unsinnig und anmaßend, eine pauschale Empfehlung auszusprechen. Technisch bewegen sich beide Hersteller auf demselben Niveau. Welchen man wählt, hängt im Grunde von persönlichen Vorlieben ab. Dazu gehören mitunter folgende zwei Aspekte:

  • Budget
  • Haptik-Vorlieben

Insgesamt ist Canon speziell im Einsteiger-Segment etwas günstiger als Nikon – was sich im Profi-Sektor allerdings wieder egalisiert bzw. teilweise sogar umkehrt (bei Tele-Objektiven im Investitionsbereich ab 5.000 bzw. 10.000 Euro). Es gibt Fotografen, die die Haptik der Nikon-Kameras im (berufsmäßigen) routinierten Umgang besser finden als die der Canon-Kameras (der Autor dieses Beitrags eingeschlossen). Gummierte Oben-unten-rechts-links-Elemente statt eines haptisch unattraktiven Wählrades (Canon) sprechen ihrer Ansicht nach eher für Nikon. Die Auswahl eines bestimmten Fokus-Messfeldes beispielsweise scheint bei Nikon-Kameras deutlich intuitiver und sinnvoller anwählbar zu sein als beim Canon-Pendant. Optisch leisten die Objektive aber ungefähr dasselbe Ergebnis zum selben Preis. Letztlich bleibt es eine persönliche Geschmacksfrage! Gleichwohl nachfolgend die beiden neutralen Kamera- und Objektiv-Empfehlungen in der Übersicht.

Flugzeuge fotografieren mit Canon

Canon ist ein japanisches Unternehmen mit Sitz in Tokio, das 1937 gegründet wurde und heute vor allem Kameratechnik und Präszisionselektronik (z. B. Drucker, Scanner und Kopierer) konstruiert und vertreibt. Canon-Kameras und -Objektive fürs Planespotting sind in jedem Fotofachhandel weltweit erhältlich. Wer mit Canon auf Profi-Niveau Flugzeuge fotografieren will, greift auf folgende aktuelle Komponenten zurück, die alle bedeutenden Brennweitenbereiche bei jeweils maximal möglicher Lichtstärke abdecken können:

Profi-EquipmentAnwendungKosten*
Canon EOS 5DS (50 Megapixel-Body im Vollformat)Aufnahmen mit 50 Megapixeln für sehr hohe Details2.499 €
Canon EF 16-35 mm 1:2,8L III USMUltraweitwinkel-Zoom z. B. für Making-of-Aufnahmen2.049 €
Canon EF 24-70 mm 1:2,8L II USMStandard-Zoom-Objektiv für ground-to-ground oder air-to-air-Fotos1.789 €
Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS III USMStandard-Telezoom-Objektiv für ground-to-air oder air-to-ground-Fotos2.249 €
Canon EF 200-400 mm 1:4L IS USM Extender 1,4fxProfi-Telezoom-Objektiv für ground-to-air oder air-to-ground-Fotos bei besonders großer Entfernung zum Motiv10.749 €
Summe19.335 €

*) günstigstes seriöses Internet-Angebot bei Abruf im Januar 2020

Der Vollständigkeit halber die empfohlene Grundausstattung fürs Planespotting mit Canon (Kamera und ein Telezoom-Objektiv) und etwas schmalerem Geldbeutel:

Basic-EquipmentKosten*
Canon 2000D (24 Megapixel-Body im APS-C-Format)299 €
Canon EF-S 55-250mm f/4-5.6 IS STM179 €
Summe474 €

*) günstigstes seriöses Internet-Angebot bei Abruf im Januar 2020

Flugzeuge fotografieren mit Nikon

Nikon ist (wie Canon) ein japanisches Unternehmen mit Sitz in Tokio. Es wurde 1917 gegründet und stellt bis heute hochwertige optische Gerätschaften her. Dazu gehören neben Profi-Spiegelreflexkameras auch Taucherkameras, Spektive und Ferngläser. Kameras und Objektive von Nikon fürs Planespotting sind weltweit in jedem Fotofachhandel erhältlich.

Wer auf Profi-Niveau mit Nikon Flugzeuge fotografieren möchte, kann sein Kamera-Reportoire wie folgt gestalten, wenn das Budget es zulässt. Damit wären alle bedeutenden Brennweitenbereiche für die jeweils bevorzugte Anwendung bei maximal möglicher Lichtstärke abgedeckt:

Profi-EquipmentAnwendungKosten*
Nikon D850Aufnahmen mit 45 Megapixeln für sehr hohe Details2.599 €
Nikon AF-S Nikkor 14-24 mm 1:2,8G EDUltraweitwinkel-Zoom z. B. für Making-of-Aufnahmen1.599 €
Nikon AF-S Nikkor 24-70 mm 1:2,8E ED VRStandard-Zoom-Objektiv für ground-to-ground oder air-to-air-Fotos1.799 €
Nikon AF-S Nikkor 70-200 mm 1:2,8E FL ED VRStandard-Telezoom-Objektiv für ground-to-air oder air-to-ground-Fotos2.079 €
Nikon AF-S Nikkor 200-400 mm 1:4G ED VR IIProfi-Telezoom-Objektiv für ground-to-air oder air-to-ground-Fotos bei besonders großer Entfernung zum Motiv6.799 €
Summe14.875 €

*) günstigstes seriöses Internet-Angebot bei Abruf im Januar 2020

Der Vollständigkeit halber die empfohlene Grundausstattung fürs Planespotting mit Nikon (Kamera und ein Telezoom-Objektiv) und etwas schmalerem Geldbeutel:

Basic-EquipmentKosten*
Nikon D3500 (24 Megapixel-Body im APS-C-Format)329 €
Nikon AF-S DX Nikkor 55–200 mm 1:4-5,6 G ED VR II299 €
Summe628 €

*) günstigstes seriöses Internet-Angebot bei Abruf im Januar 2020

Welche Kamera fürs Planespotting kaufen?

Oben sehen Sie die jeweiligen Empfehlungen für Ihren individuellen Anspruch. Wollen Sie mit Canon auf Highend-Profi-Ebene fotografieren und für jede einzelne Eventualität gewappnet sein, müssen Sie knapp 20.000 Euro in Ihr Foto-Equipment investieren. Bei Nikon sind es rund 15.000 Euro. Wenn Sie erst Planespotting-Einsteiger sind und nach einem ordentlichen Basis-Equipment suchen, werden aber nur um die 500 Euro fällig, um eine aktuelle Kamera und ein Standard-Objektiv zu haben, mit denen Sie in den Basis-Bereichen gut dastehen

Letztlich ist es von Ihrem individuellen Anspruch und Geldbeutel abhängig, für welche Technik Sie sich entscheiden. Zum Vergleich: Wenn es darum geht, eine Strecke von A nach B zurückzulegen, kann das ein Renault Twingo genauso wie ein Porsche 911 GT3. Es gibt eben nur Unterschiede in der Art, wie Sie zum Ergebnis kommen und wie das Ergebnis dann aussieht (entweder sind Sie von der Reise völlig entnervt, weil sie in einem engen Auto mit wenig Leistung gerädert sind, oder Sie sind maximal bequem gereist, haben andere Autofahrer mit Ihrer Motorleistung spielend überholt und sind tiefenentspannt am Ziel angekommen). Entscheiden Sie also selbst, wie viel Geld Sie in Kameras und Objektive fürs Planespotting investieren möchten!

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Allgemeine Fototipps für Flugzeuge

Flugzeugfotografie ist ein Spezialgebiet der Fotografie. Genau wie die Portraitfotografie, die Tierfotografie, die Architekturfotografie oder die Produktfotografie erfordert sie ganz eigene besondere Grundlagen, über die sich jeder Fotograf in diesem Bereich bewusst sein sollte.

Kamera-Einstellungen fürs Planespotting

Weil sich Luftfahrzeuge zumeist besonders schnell bewegen, spielt speziell die Verschlusszeit (auch: Belichtungszeit) eine übergeordnete Rolle bei der Aufnahme. Bei klassischen ground-to-air-Shots von startenden oder landenden Flugzeugen empfiehlt sich je nach Aufnahmewinkel eine Verschlusszeit von wenigstens 1/250 Sekunde, besser noch eine 1/500 Sekunde. Wer die Rotorblätter von Hubschraubern (oder auch die Propeller von Kleinflugzeugen oder Turboprops nicht »einfrieren« will, wählt eine entsprechend längere Belichtungszeit von weniger als einer 1/125 Sekunde. Dabei bedarf es allerdings auch einer ruhigeren Hand und größeren Könnens.

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Spotting am Flughafen

Wer an Verkehrsflughäfen fotografieren möchte, sieht sich mit hohen Sicherheitszäunen konfrontiert, die meist so engmaschig sind, dass man nicht zwischen den Streben hindurchfotografieren kann. Hier empfiehlt sich die Anschaffung eines Stufentritts oder einer Leiter. Für nahezu alle größeren Flughäfen haben Hobby-Kollegen sogenannte Spotter-Guides ausgearbeitet, die neben den lokalen Hotspots eine bestimmte Leiter empfehlen. Bei einigen reicht eine dreistufige Trittleiter, mit der Sie Ihre Sichtachse ungefähr 50 Zentimeter höher legen können, bei anderen bedarf es einer richtigen Leiter, um über den Zaun hinwegfotografieren zu können. So oder so gehört wenigstens eine Bierkiste zum Standard-Repertoire von (mit dem Auto anreisenden) Planespottern.

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Hilfreiche Tools für Planespotting

Wie in allen anderen Hobbies gibt es auch in diesem Bereich spezielle Hilfsmittel, die nützlich sind. Dazu gehören neben dem entsprechenden sozialen Netzwerk aus Hobby-Kollegen (z. B. in Whatsapp-Gruppen) verschiedene Online-Tools, deren Anschaffung sich lohnt, um Fuß zu fassen und mehr Freude zu haben.

Handy-Apps für Planespotter

Es gibt verschiedene Online-Flugradare, mit denen man die aktuellen Flugspuren der Flugzeuge über Deutschland auslesen kann. Das beinhaltet Kennung (Reg.) des Flugzeugs, die Route, aktuelle Geschwindigkeit, Kurs und Höhe. So weiß man schon einige Zeit im Voraus, welches genaue Flugzeug wann am Heimatflughafen eintreffen wird. Die bekanntesten Dienste und Apps, die Planespotter nutzen, sind:

  • Flightradar24
  • ADS-B-Exchange
  • Radarbox24
  • Planefinder

Zusätzlich gibt es noch Apps einzelner Fluggesellschaften mit aktuellen Flugzeiten oder auch welche von Verkehrsflughäfen, die aktuelle An- und Abflüge von Linienflügen anzeigen.

Planespotter und Flugfunk

Es gibt Planespotter, denen (warum auch immer) die Online-Flugradare und sonstige Informationsquellen nicht ausreichen. Möglicherweise für den »Thrill« mehr zu wissen als andere, hören sie den Flugfunk ab. Das ist zwar technisch möglich und die dazu erforderlichen Flugfunkscanner (Skyscanner) für schmales Geld im Internet frei verkäuflich, allerdings ist das Abhören von Flugfunk in Deutschland verboten – und zwar strengstens! Eine Ausnahme bilden zum Beispiel Piloten, Privatpiloten oder Flugschüler, die durch ihren Status grundsätzlich zum Abhören des Flugfunks (zu dienstlich notwendigen Zwecken) berechtigt sind.

Wer jedoch nicht zum genannten Personenkreis gehört und dadurch über entsprechende Privilegien verfügt (auch nicht als besonders engagierter Luftfahrt-Enthusiast), begibt sich in jedem Fall rechtlich auf sehr dünnes Eis. Es soll bereits Vor-Ort-Kontrollen am Flughafenzaun gegeben haben, bei denen Flugfunkscanner von Planespottern beschlagnahmt und Strafanzeigen gefertigt worden sind. Und das ist auch legitim. Allen voran steht dem unberechtigten Abhören des Flugfunks das Telekommunikationsgesetz (TKG) entgegen, in dem es heißt: »Mit einer Funkanlage dürfen nur Nachrichten, die für den Betreiber der Funkanlage, […] die Allgemeinheit oder einen unbestimmten Personenkreis bestimmt sind, abgehört oder in vergleichbarer Weise zur Kenntnis genommen werden« (§89 TKG).

Und noch ein weiterer Paragraph des TKG beschäftigt sich mit der Thematik: »Mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer […] entgegen § 89 […] eine Nachricht abhört oder in vergleichbarer Weise zur Kenntnis nimmt« (§148 TKG Abs. 1). Noch deutlicher ist ein Verbot juristisch kaum auszuformulieren. Noch riskanter wird die Sache im übrigen, weil sogar auch das Strafgesetzbuch tangiert werden könnte. So heißt es in §201 StGB Abs. 2: »[…] wird bestraft, wer unbefugt […] das nicht zu seiner Kenntnis bestimmte nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen mit einem Abhörgerät abhört«.

Unser Tipp: Lassen Sie es sein! Riskieren Sie keine Strafanzeige und hören Sie nicht den Flugfunk ab, wenn Sie nicht ausdrücklich dazu berechtigt sind! Planespotting und Flugfunk abhören gehört nicht zwingend zusammen – es gibt genug legale Alternativen, sich die gewünschten Informationen zu beschaffen.

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Locations & Hotspots für Planespotter

Kennen Sie schon die ultimativen Hotspots für Planespotter weltweit? Wo gibt es den meisten Traffic, wo die besten Motive? In diesem Abschnitt erläutern wir, wo das Planespotting am meisten Spaß macht.

Beste Flughäfen fürs Planespotten

Legendär sowohl für Planespotter als auch Flugzeugbegeisterte ohne Kamera ist der Flughafen Sint Maarten (Princess Juliana International Airport TNCM). An nahezu keinem Flughafen der Welt sind Sie anfliegenden Flugzeugen so nah wie an diesem sagenumwobenen Airport in der Karibik. Ein weiterer Hotspot ist der Flughafen Amsterdam (Luchthaven Schiphol EHAM). In Deutschland sind besonders die Flughäfen Frankfurt (EDDF) und München (EDDM) angesagt.

Luftfahrt-Messen

Besonders beliebt sind auch Luftfahrt-Messen oder international renommierte Veranstaltungen, bei denen eine Vielzahl verschiedener Flugzeugmuster besichtigt und auch im Display in der Luft fotografiert werden können. Dazu gehören die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung Berlin (ILA Berlin) und die AERO in Friedrichshafen. Der Vorteil: Bei diesen Veranstaltungen muss nichts dem Zufall überlassen werden. Meist ist schon weit im Voraus der Luftfahrtmesse bekannt, welche Flugzeuge und Hubschrauber vor Ort zu fotografieren sein werden. So können Sie ganz genau Ihre Motive planen, der Überraschungseffekt ist allerdings nahezu null.

Spotterdays der Bundeswehr

In Deutschland veranstaltet auch die Bundeswehr/Luftwaffe regelmäßig sogenannte Spotterdays an verschiedenen Standorten. In erster Linie dienen diese Events der Nachwuchs-Gewinnung, ziehen aber vor allem Planespotter an. Es werden nahezu alle Luftfahrzeug-Muster fotofreundlich präsentiert, sodass man – ganz gleich ob Amateur oder Superprofi – auf seine Kosten kommt. Dazu genügt in der Regel auch das Basis-Equipment (siehe oben) für tolle Ergebnisse im eigenen Fotoalbum. Ein Beispiel: Der Spotterday Faßberg 2019 (aufgenommen mit einer Nikon-APS-C-Kamera). Wer bei den Spotterdays dabei sein darf, entscheidet sich meist nach dem Prinzip »first-come-first-serve« bzw. »Wer-zuerst-kommt-mahlt-zuerst«. Bei extrem hoher Nachfrage hat in der Vergangenheit auch schon mal das Los entschieden.

Planespotter und Pressetermine

Interessant: Auch auf der Gästeliste von Presseveranstaltungen stehen manchmal Planespotter. Inbesondere reichweitenstarke Instagrammer und Facebooker bekommen Einladungen für entsprechende Veranstaltungen. Dazu gehören Rollouts von Fluggesellschaften oder Flugzeugherstellern oder Pressekonferenzen an Flughäfen. Auch zu Übungen der Flughafenfeuerwehren sind oft Planespotter eingeladen, sofern sie das Vertrauen der Mitarbeiter der Pressestelle genießen und diese sich sicher sein können, an der Reichweite des Planespotters zu partizipieren. Wer eingeladen wird und dann nicht in einem Satz über den Pressetermin berichtet, wird vermutlich nicht wieder eingeladen.

Achtung: Schreiben Sie nun bitte nicht sämtliche Pressestellen an Flughäfen in Deutschland an. Wenn Sie zum Kreis der potentiell interessanten Planespotter gehören, die von Flughäfen oder Fluggesellschaften eingeladen werden, wird man sehr sicher auf Sie zukommen. Umgekehrt funktioniert das sehr schlecht bzw. gar nicht.

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Fazit

Planespotting ist ein Hobby, das Nischen-Charakter genießt, das aber Spaß macht, wenn man mit Gleichgesinnten vernetzt ist und über eine ordentliche Kameratechnik verfügt. Es erwarten einen stets neue Überraschungen – etwa in Form unvorhergesehener Motive –, die das Hobby enorm abwechslungsreich machen. Mit einer finanziellen Investition von 500 bis 1.000 Euro können Sie zum Einsteig sehr gut mithalten und müssen sich vor Ort am Flughafenzaun oder »Spotterhügel« nicht verstecken.

Wenn Sie das Interesse ausbauen möchten, nutzen Sie Hilfsmittel wie Online-Radar-Apps, vernetzen Sie sich und bauen Sie Ihre Kameratechnik sukzessive aus. In der Regel steigt mit zunehmender Hobby-Expertise auch der Spaß an der Sache. Auf einem professionellen Niveau angekommen bieten sich vielleicht auch Möglichkeiten, durch die Veröffentlichung von Fotos in Fachmagazinen ein kleines Taschengeld zu verdienen oder sogar beruflich in der Flugzeugfotografie Fuß zu fassen.


Autorenfoto: Frank Weber

Autor: Frank Weber
Von der Handwerkskammer Hannover geprüfter Berufsfotograf, ausgebildeter Nachrichten-Redakteur und seit 2018 beruflich im Bereich Online Content Marketing tätig. Seit jeher begeisterter Mitflieger in Kleinflugzeug, Hubschrauber, Privatjet & Co. General Aviation, Luftbildfotografie und Flugsimulatoren sind sein Hobby.

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