Terror-Angst an Flughäfen in Baden-Württemberg

Freitag 21. Dezember 2018 Stuttgart (we). Mehrere unbekannte Personen haben kürzlich versucht, Abläufe am Flughafen Stuttgart auszuspähen – möglicherweise um einen Terroranschlag vorzubereiten.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge fahndet die Polizei nach vier Personen, die in verdächtiger Art und Weise Fotos im Terminal des Flughafens gemacht haben sollen. Beunruhigend: Zwei der Gesuchten waren nach Informationen des Südwestrundfunks bereits den französischen Behörden aufgefallen, als sie nach dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt in Straßburg Fotos am Flughafen Paris gemacht hatten.

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Polizei erhöht Sicherheitsvorkehrungen

Darüber, welche Abläufe genau die Personen ausspähen wollten, gibt die Polizei keine Informationen heraus. »Aus ermittlungstaktischen Gründen«, wie es heißt. Fakt ist: In Folge der Vorkommnisse sind an den Flughäfen Stuttgart, Friedrichshafen, Karlsruhe/Baden-Baden und Mannheim (City-Airport) die Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden. Konkret bedeutet das: Es sind mehr Polizisten vor Ort, teils mit Maschinenpistolen, und die Kontrollen werden verschärft.

Sowohl Polizei und baden-württembergisches Innenministerium betonen allerdings, dass es keine akute Terrorgefahr für die Flughäfen gebe und es bislang auch nicht zu Behinderungen in der  Passagierabfertigung gekommen sei. Demnach sind die verschärften Sicherheitsvorkehrungen »eine reine Vorsichtsmaßnahme«. Gleichwohl werden Fluggäste und Flughafen-Besucher dazu aufgerufen, die Augen nach dubiosen Personen offenzuhalten. Wenn sich jemand verdächtig benimmt, soll dies umgehend über den Polizei-Notruf 110 gemeldet werden.


Die Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Reutlingen im Original:

»Nachdem Personen am Flughafen Stuttgart versucht haben, Abläufe auszuspähen, sind auch die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen Friedrichshafen, Karlsruhe/Baden-Baden und Mannheim erhöht worden. Dabei setzt die Polizei insbesondere auf Präsenz- und Kontrollmaßnahmen. Die Einsatzkräfte führen dabei die Maschinenpistole bei sich und tragen ballistische Schutzausstattung. Es handelt sich hierbei um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Derartige Hinweise oder Vorkommnisse gibt es immer wieder, vor allem um die Weihnachtszeit. Gerade nach der schrecklichen Tat in Straßburg müssen wir weiter wachsam sein. Die Polizei ermittelt mit Hochdruck und geht den aktuellen Informationen wie auch allen anderen derartigen Hinweisen konsequent nach.

Hinweise auf eine konkrete Gefährdung der Flughäfen in Baden-Württemberg liegen derzeit nicht vor. Aus einsatz- und ermittlungstaktischen Gründen können derzeit keine weiteren Auskünfte erteilt werden. Die Landespolizei steht in engem Austausch mit allen relevanten Sicherheitsbehörden des Landes und des Bundes.

Trotz der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen bittet die Polizei die Bürgerinnen und Bürger ruhig und besonnen zu reagieren und verdächtige Wahrnehmungen unverzüglich der Polizei über 110 zu melden.«


Update:
Terror-Verdacht am Flughafen Stuttgart nicht bestätigt (22. Dezember 2018)