Tiefflug über Dresden: Pilot droht empfindliche Strafe

Flugzeug Höhenmesser
In der Allgemeinen Luftfahrt gelten bestimmte Mindesthöhen – besonders über Städten. Symbolfoto: Weber

Mittwoch 31. Juli 2019 – Dresden (we). Das wird teuer! Nachdem der Pilot eines Privatjets am vergangenen Samstagabend im Tiefflug über Dresden hinweggeflogen war, werden nun Details zu dem zweifelhaften Manöver bekannt. Und: Dem Luftfahrzeugführer droht nach Angaben der Landesdirektion Sachsen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren – mit einer Geldbuße bis zu 30.000 Euro.

Rückblick Samstag, 27. Juli: Am Nachmittag startet der Cessna 525A CitationJet CJ2 in Paris zu einem Flug nach Dresden. Einem Bericht der BILD zufolge befinden sich an Bord Geburtstagsgäste eines »bekannten sächsischen Unternehmers«. Gegen kurz vor 20 Uhr erreicht das Flugzeug schließlich die Region Dresden.

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Tiefflug wegen verpassten Schiffs

Weil der Elbdampfer, auf dem der Mann seinen Geburtstag feiert, jedoch bereits abgelegt hat und für die Fluggäste nicht mehr erreichbar ist, entscheidet man sich offenbar, mit dem Tiefflug-Manöver eine Art Geburtstagsgruß zu signalisieren. In den folgenden Minuten fliegt die Maschine in sehr niedriger Höhe mehrfach über das Dresdner Elbtal hinweg.

Diese Tatsache hatte dann offenbar zahlreiche Anwohner verunsichert. Auch den Gästen einer Großveranstaltung (Palais Sommer) war das tieffliegende Flugzeug über Dresden aufgefallen.

Mindestflughöhe nach Luftverkehrsordnung unterschritten

Nach Angaben eines Sprechers der Landesdirektion Sachsen, Gunter Gerick, soll sich das Flugzeug »in einer Flughöhe von etwa 100 Metern über der Stadt Dresden« befunden haben. Der Vorfall werde nun von der Behörde sowie der Deutschen Flugsicherung (DFS) geprüft, heißt es.

Hintergrundinfo: Die Luftverkehrsordnung schreibt mit Bezug auf die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 923/2012 bestimmte Mindestflughöhen für die Allgemeine Luftfahrt (General Aviation) vor, wozu auch Privatjets wie die Cessna Citation gehören. Für Flüge nach Sichtflugregeln (Visual Flight Rules, VFR) gilt demnach:

TerrainMindestflughöhe
Städte300 Meter (1.000 Fuß) über dem höchsten Hindernis
freies Gelände, Wasser150 Meter (500 Fuß) über dem höchsten Hindernis

Unterschreitungen dieser Höhen sind nur bei Start und Landung sowie in Ausnahmefällen mit vorheriger Genehmigung zulässig. Eine solche Genehmigung gab es offenbar nicht. Und auch als Landeanflug auf den Flughafen Dresden kann das Manöver sicher nicht gewertet werden.

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