Mehrere Tote und Verletzte bei Flugzeugabstürzen in Deutschland

Bild: Polizei-Streifenwagen im Einsatz
Folgeunfall: Zu allem Überfluss verunglückte ein Streifenwagen bei der Anfahrt zur Absturzstelle. Symbolfoto: Weber

Sonntag 31. März 2019 – Erzhausen / Maxhütte-Haidhof (we). Schwarzer Tag für die Allgemeine Luftfahrt in Deutschland: Beim Absturz zweier Kleinflugzeuge sind am heutigen Sonntag mehrere Menschen ums Leben gekommen und schwer verletzt worden. Der Beginn der noch jungen Fliegersaison ist dadurch empfindlich getrübt worden.

Der schwerste Absturz hatte sich gegen 15.30 Uhr in der Nähe des Flugplatzes Frankfurt-Egelsbach ereignet. Dort war eine aus dem französischen Cannes kommende sechssitzige Epic E1000 (amerikanische Turboprop-Maschine mit russischer Zulassung RA-2151G) aus ungeklärter Ursache auf einem Spargelfeld aufgeschlagen und komplett ausgebrannt. In dem Wrack sind nach Polizeiangaben drei Personen ums Leben gekommen.

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Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll es sich bei einem der Todesopfer um Natalia Fileva handeln. Die 55-Jährige galt als eine der reichsten Frauen Russlands und war Miteigentümerin der Fluggesellschaft S7. Russische Medien berichten, auch Filevas Vater sei an Bord gewesen.

Polizisten verunglücken auf dem Weg zur Absturzstelle

Besonders tragisch: Die Zahl der Toten sollte sich im indirekten Zusammenhang mit dem Absturz jedoch noch erhöhen. Polizisten, die in ihrem Streifenwagen auf dem Weg zur Absturzstelle waren, krachten auf der Bundesstraße 486 in ein entgegenkommendes Auto. Dabei wurden die beiden 22 und 24 Jahre alten Insassen des Wagens getötet, zwei der drei Polizisten mussten nach Informationen der Hessenschau schwer verletzt ins Krankenhäuser geflogen werden.

Zwei Schwerverletzte bei Flugzeugabsturz in Maxhütte-Haidhof

Auch in Bayern ist am Sonntag ein Kleinflugzeug abgestürzt. Gegen kurz nach 16 Uhr war der Ultraleicht-Doppeldecker des Typs Bücker & Funk FK 12 Comet bei Maxhütte-Haidhof (Landkreis Schwandorf) in einen Wald gestürzt und hatte Feuer gefangen. Die beiden 50 und 62 Jahre alten Insassen konnten offenbar durch Ersthelfer in Sicherheit gebracht werden, wurden nach Angaben der Polizei aber schwer verletzt mit Rettungshubschraubern ins Krankenhaus geflogen.

Nach Informationen der Mittelbayerischen soll der 62-jährige Fluglehrer kurz vor dem Absturz »Flugkunststücke« gemacht haben. So jedenfalls wird eine Augenzeugin zitiert. Was letztlich tatsächlich zum Unglück geführt hat, werden die Ermittler der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) klären müssen.

Hintergrund: In der noch jungen Saison sind bereits zuvor mehrere Flugzeuge abgestürzt und teils Todesopfer zu beklagen gewesen. Am 24. März 2019 war ein 66 Jahre alter Segelflug-Pilot am Flugplatz Hahnweide (Baden-Württemberg) bei einem offenbar missglückten Windenstart ums Leben gekommen. Am Morgen desselben Tags war bereits ein 59-Jähriger mit seinem Tragschrauber am Flugplatz Tannheim (ebenfalls Baden-Württemberg) verunfallt, hatte den Crash aber mit leichten Verletzungen überstanden. Zwei Tage zuvor hatte es einen Absturz unweit des Flugplatzes Uetersen-Heist (Schleswig-Holstein) gegeben. Die beiden Insassen des Flugzeugs waren unmittelbar nach dem Start abgestürzt, kamen aber nach Angaben der Polizei unverletzt davon.


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