Waldbrandgefahr: Feuerwehrflugdienst Niedersachsen beobachtet Lage aus der Luft

Bild: Feuerwehrflugdienst Niedersachsen Cessna 206 D-EFVP
Mit zwei solchen Feuerwehr-Flugzeugen werden in Niedersachsen Beobachtungsflüge durchgeführt. Archivfoto: Weber

Sonntag 30. Juni 2019 – Hildesheim (we). Höchste Waldbrandgefahr in Niedersachsen! Nach mehreren Tagen extremer Hitze und anhaltender Trockenheit mahnt die Feuerwehr zur Vorsicht im Umgang mit Feuer. Inzwischen führt auch der Feuerwehr-Flugdienst Niedersachsen (FFD) Beobachtungsflüge in den besonders gefährdeten Regionen durch.

Dazu gehören nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zahreiche Landkreise in Ost-Niedersachsen. Dort gilt jeweils der höchste Waldbrandgefahrenindex 5. Auch die Region Hannover und die Landkreise Nienburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden sind betroffen. Eines von zwei Flugzeugen des FFD ist aus diesem Grund am Mittag in Hildesheim zu Erkundungsflügen gestartet.

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Feuerwehrflugdienst Niedersachsen Infos und Kurzportrait

Der Feuerwehr-Flugdienst Niedersachsen (FFD) ist Teil des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen. Er verfügt derzeit über zwei Flugzeuge des Typs Cessna 206:

  • Standort Lüneburg (Flugplatz Lüneburg): Cessna 206 D-ENDS
  • Standort Hildesheim (Flugplatz Hildesheim): Cessna 206 D-EFVP

Ziel ist neben der frühzeitigen Erkennung von Wald- und Flächenbränden (Moor) außerdem die Koordination der Feuerwehrleute am Boden, falls schon ein Brand gelöscht werden muss.

Besatzung der Feuerwehrflugzeuge

Bei den Piloten und Luftbeobachtern im Feuerwehrflugzeug handelt es sich um aktive Feuerwehr-Mitglieder. Sie alle erledigen ihre Aufgaben ehrenamtlich, also unentgeltlich. In der Regel fliegen speziell zur Luftbeobachtung ausgebildete Forstbeamte mit, die von der Forstverwaltung speziell für diese Zwecke abgeordnet werden.

Einsatzbefehl von Feuerwehr-Einsatzleitern oder Polizei

Die Einsatzaufträge für die Feuerwehrflugzeuge kommen meist von den jeweiligen Polizeidirektionen oder den Einsatzleitungen der Feuerwehr vor Ort. Erstmals in diesem Jahr war der FFD um Unterstützung gebeten, als zu Ostern ein großflächiger Moorbrand die Einsatzkräfte in der Region in Atem hielt. Dort waren die fliegenden Feuerwehrmänner sogar mit beiden Flugzeugen gleichzeitig im Einsatz gewesen.

Feuerwehrflugdienst einmalig in Deutschland

Das System Feuerwehrflugdienst Niedersachsen ist einmalig in Deutschland. In keinem anderen Bundesland gibt es eine solche luftgebundene Feuerwehr-Einheit. Und das, obwohl Bayern mit 2,6 Millionen Hektar deutlich mehr Waldfläche besitzt als Niedersachsen (1,2 Millionen Hektar). Auf Platz 2 zwischen Bayern und Niedersachsen liegt Baden-Württemberg mit knapp 1,4 Millionen Hektar Wald.

Gleichwohl ist Niedersachsen das Bundesland mit der größten Moorfläche. Auch diese Flächen können (wie oben am Beispiel Vechta verdeutlicht) in großer Ausdehnung zu brennen beginnen. Die Kombination aus Wald- und Moorfläche macht den FFD demzufolge in Niedersachsen zu einem wichtigen Teil der (teils präventiven) Feuerwehr-Arbeit.

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Löschhubschrauber in Deutschland

Interessant: Die Feuerwehrflugzeuge selbst können zur Prävention und Früherkennung von Moor-, Wald- und sonstigen Flächenbränden eingesetzt werden, allerdings keine Löscheinsätze übernehmen. Dafür stehen in Deutschland verschiedene Hubschrauber von Bundeswehr und Bundespolizei bereit, die im Ernstfall mit Wasserbehältern zur Brandbekämpfung ausgestattet werden können. Dies sind Stand 2019:

BundeswehrBundespolizei
  • Bell UH-1D
  • Sikorsky CH-53
  • Aérospatiale AS332 Super Puma
  • Eurocopter EC-155
  • (Quelle: Deutscher Bundestag, DS 19/7138)

    Die angegebenen Hubschraubermuster können demnach mit Feuerlöschbehältern ausgestattet werden, die an Außenlasthaken transportiert werden.