Wilhelmshaven: Vermisstes Kleinflugzeug bleibt verschwunden

Grafik: Screenshot Flightradar24, Cirrus SR20
In der Nähe von Hooksiel endet die Radaraufzeichnung des Kleinflugzeugs aus Hannover. Grafik: Flightradar24 / Weber

Mittwoch 22. Mai 2019 – Wilhelmshaven / Hannover (we). Dieses Verschwinden bleibt rätselhaft: Zweieinhalb Tage nach dem mutmaßlichen Absturz eines Kleinflugzeugs bei Wilhelmshaven konnte der Rumpf trotz umfangreicher Suchmaßnahmen noch immer nicht gefunden werden.

Die beiden Insassen, die am Sonntagabend in der Cirrus SR20 vom Flugplatz Wangerooge gestartet und nur sechs Minuten später vom Radarschirm verschwunden waren, gelten weiterhin als vermisst. Die bisher gefundenen Wrackteile sind offenbar inzwischen durch die Strömung so weit auseinander getrieben, dass eine darauf basierende Ortung des Hauptwracks nicht möglich ist.

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Pilot und Fluggast stammen aus Hannover

Nur soviel steht am Mittwochmittag fest: Wie der 44 Jahre alte Pilot stammt auch der 49 Jahre alte Mitflieger aus dem Raum Hannover. Das geht aus einem aktuellen Polizeibericht hervor. Die Unfallursache ist unterdessen weiter unklar, allerdings berichten Augenzeugen von heftigen lokalen Gewittern in der Nähe der Absturzstelle.

Andere Piloten wollten aus Sicherheitsgründen nicht fliegen

Der Pilot war am Sonntagabend gegen 18.20 Uhr am Flugplatz Wangerooge gestartet, bevor nur sechs Minuten später die Radaraufzeichnung in der Nähe des Hooksieler Binnentiefs plötzlich abriss. Möglicherweise hatte der 44-Jährige die problematische Wettersituation verkannt. Andere Piloten, die ebenfalls in Wangerooge vor Ort waren, berichteten davon, das Unwetter über dem Festland bereits wahrgenommen zu haben. Sie hätten sich dann aus Sicherheitsgründen dazu entschieden, nicht mehr zu fliegen. Stattdessen blieben sie auf der Insel, ließen ihr Flugzeug stehen und fuhren am Montag mit Fähre und Mietwagen zurück in die Heimat.

Weitere Wrackteile und unbekanntes Funksignal

Bild: Emergency Locator Transmitter ELT
Ein Emergency Locator Transmitter (ELT), der im Notfall Funksignale sendet. Foto: Weber

Zwischenzeitlich sind im Bereich Tossens mehrere Wrackteile angespült worden. Dazu gehört unter anderem ein Bruchstück des Leitwerks der Cirrus SR20. Schiffsbesatzungen wurden durch die Polizei dazu aufgerufen, nach Wrackteilen Ausschau zu halten.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hatte außerdem am Dienstagabend ein an der Suche beteiligter Marine-Hubschrauber ein bislang unbekanntes automatisches Funksignal aus dem Bereich aufgefangen, das möglicherweise von dem Flugzeug stammt. Lokalisiert werden konnte der Sender allerdings noch nicht.

Trotz einer wie es heißt Vielzahl gefundener Wrackteile konnte der Flugzeugrumpf auch nach dem Einsatz mehrerer Peilboote und der einstündigen Suche eines Polizeihubschraubers am Mittwochvormittag nicht geortet werden. Die Nordsee ist an der vermuteten Absturzstelle zwischen 15 und 20 Meter tief.

Suchaktion kann noch Tage dauern

Die Suche nach dem Flugzeugwrack wurde bislang immer wieder von starkem Seenebel, Regen und Wind beeinträchtigt oder sogar zeitweise unterbrochen. Ein Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hält es für möglich, dass die Suche durchaus »noch einige Tage weitergehen« könnte.

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